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Zum 10. Todestag von Liu Xiaobo - Liao Yiwu erinnert an einen der wichtigsten Kämpfer für die Menschrechte in China 'Als er noch lebte', schreibt Liao Yiwu über seinen Freund, den Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, 'machte er sich immer Sorgen, dass die fast 3.000 Opfer des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Vergessenheit geraten könnten, aber was ist mit ihm selbst?' Packend erzählt Liao Yiwu vom gemeinsamen Kampf für die Menschenrechte in China, von Xiaobos Verfolgung und Inhaftierung, vor allem aber von den ungeklärten Umständen seines Todes, die dem Freund bis heute keine Ruhe lassen.
Liao Yiwu, geboren 1958 in der Provinz Sichuan, wuchs als Kind in großer Armut auf. 1989 verfasste er das Gedicht 'Massaker', wofür er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt wurde. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis 'Freiheit zum Schreiben' ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein Buch 'Fräulein Hallo und der Bauernkaiser'. 2011, als 'Für ein Lied und hundert Lieder' in Deutschland erschien, gelang es Liao Yiwu, China zu verlassen. Seit seiner Ausreise nach Deutschland erschienen die Titel 'Die Kugel und das Opium' (2012), 'Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch' (2013), 'Gott ist rot' (2014), 'Drei wertlose Vita und ein toter Reisepass' (2018), 'Herr Wang, der Mann, der vor den Panzern stand' (2019) sowie der Roman 'Die Wiedergeburt der Ameisen' (2016). Zuletzt erschien 2022 sein Dokumentarroman 'Wuhan'. Für sein Werk wurde er mit dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Liao Yiwu lebt in Berlin. Hans Peter Hoffmann, Professor für Sinologie, freier Autor und Übersetzer, lehrt und schreibt in Tübingen und Taipeh.