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Lemberg, Lwiw, Lwów - eine Stadt wie ein Zauberwürfel. Ukrainisch, polnisch, galizisch, österreichisch, jüdisch, europäisch, postsowjetisch - ihre Farben wechseln mit jeder Drehung. Wer sie ordnen will, hält am Ende ein schillerndes, widersprüchliches Bild in der Hand. Denn diese Stadt erfindet sich immer wieder neu. Für Ziemowit Szczerek ist Lwiw seine Stadt. Seit Jahren kehrt er hierher zurück, kennt ihre Geschichte und ihre Schmerzpunkte, ihre Mythen und Masken. Er liest mit Joseph Roth, Stanislaw Lem und Juri Andruchowytsch gegen den Galizien-Mythos an, spricht mit Bürgermeistern, Künstlern, Nationalisten, Hipstern, Rentnern und Kriegsflüchtlingen - und streift durch Friedhöfe, Außenbezirke und Disney-Kneipen. Im unverkennbaren Szczerek-Sound entsteht ein vielstimmiges Porträt zwischen Reportage und Essay: eine literarische Expedition in eine Stadt im Dauerzustand der Verwandlung - zerrissen, lebendig, europäisch.
Ziemowit Szczerek, geboren 1978, streitbarer Intellektueller und Journalist, publiziert unter anderem in »Nowa Europa Wschodnia« und »Tygodnik Powszechny«. Er ist fasziniert vom Osten Europas, vom Gonzo-Journalismus sowie von »geopolitischen, geschichtlichen und kulturellen Kuriositäten«, wie er selbst sagt. Für »Mordor kommt und frisst uns auf« wurde er mit dem Paszport-Preis der »Polityka« ausgezeichnet und für den Nike-Literaturpreis, die wichtigste literarische Auszeichnung Polens, sowie für den Internationalen Literaturpreis des HKW Berlin nominiert.