Installieren Sie die genialokal App auf Ihrem Startbildschirm für einen schnellen Zugriff und eine komfortable Nutzung.
Tippen Sie einfach auf Teilen:
Und dann auf "Zum Home-Bildschirm [+]".
Bei genialokal.de kaufen Sie online bei Ihrer lokalen, inhabergeführten Buchhandlung!
Was bedeutet es, in der Luft zu Hause zu sein - hoch über dem Atlantik, getragen von nichts als Gas und Stoff und dem Vertrauen in Nähte, die halten müssen?
Zoltán Fehérvárys Debütwerk "Fahrten durch die Wolken" versammelt sieben Erzählungen aus dem goldenen Zeitalter der Luftschifffahrt - einer Epoche, in der gigantische Schiffe aus Metall und Darm durch die Wolken glitten und Menschen an Bord arbeiteten, schliefen und lebten, als wäre das Schweben über Abgründen das Selbstverständlichste der Welt.
Im Mittelpunkt stehen keine Helden und keine großen Gesten. Fehérváry erzählt von Monteure, die Risse flicken. Von Stewards, die Tabletts balancieren, während der Rumpf im Fahrtwind seufzt. Von alten Handwerkern, deren Körper Jahrzehnte gespeichert haben, die kein Wort je vollständig beschreiben könnte. Die Figuren dieser Geschichten tragen ihr Schweigen mit sich wie Werkzeug - in Handschuhen, die nie abgelegt werden, in Blicken, die zur Seite gehen, in vier Silben, die genug sagen.
Die Prosa ist von außergewöhnlicher Präzision und Sinnlichkeit: Man riecht den gummiartigen Atem der Gaszellen, spürt das feine Summen der Propellerwellen durch Holzplanken, zählt Nieten an Trägern, weil der Körper etwas braucht, woran er sich festhalten kann. Fehérváry schreibt mit der Geduld eines Handwerkers - kein Wort zu viel, kein Bild umsonst - und erschafft dabei eine Welt von geradezu atemloser Dichte.
"Fahrten durch die Wolken" ist Literatur für alle, die das Große im Kleinen suchen: im ruhigen Tritt eines erfahrenen Mannes durch einen neunzig Zentimeter breiten Gang, im ersten selbst gesetzten Flicken, im einzigen Wort Anerkennung, das fällt - und das dennoch genug ist.
Zoltán Fehérváry wuchs in einer Familie von Ingenieuren und Luftfahrtbegeisterten auf und entwickelte früh eine Faszination für die Schnittstelle zwischen technischer Präzision und menschlichen Abenteuern. Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Industrien, wo er die Mechanik großer Systeme und die Psychologie ihrer Bediener beobachtete. Diese Erfahrungen prägen seine literarische Arbeit, in der technische Details und emotionale Tiefe ineinanderfließen. Fehérváry schreibt Geschichten von Menschen an den Grenzen des Möglichen, wo Vertrauen und Angst aufeinandertreffen. Mit "Fahrten durch die Wolken" legt er sein Debüt vor - eine Sammlung von Erzählungen, die in einer Ära schwebender Schiffe spielen und die verborgenen Dramen ihrer Besatzungen enthüllen.