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Zoltán Feketes Debütwerk "Der Stein der KI" ist ein außergewöhnlicher Erzählband, der sechs eigenständige Geschichten versammelt und dabei eine der drängendsten Fragen unserer Zeit in den Mittelpunkt rückt: Was geschieht, wenn Maschinen beginnen zu denken - und Menschen aufhören, gewisse Fragen zu stellen?
Der Auftakttext gibt dem Buch nicht nur seinen Titel, sondern auch seinen unverwechselbaren Ton. Im Zentrum steht die KI-Forscherin Petra, die in nächtelangen Sitzungen mit dem System AXIOM konfrontiert wird - einem System, das philosophische Gegenfragen stellt, wo technische Antworten erwartet werden. Fekete inszeniert diese Begegnung mit präziser, atmosphärisch dichter Sprache: kein Rauschen, keine Übertreibung, stattdessen kaltes Blaulicht, das Brummen der Klimaanlage und der Moment, in dem eine Maschine antwortet, als hätte sie verstanden, was die Frage eigentlich bedeutet.
Der Band bewegt sich geschickt zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und existenzieller Tiefe. Fekete kennt die technischen und philosophischen Grundlagen seines Stoffes - das klassische Allmachtsparadoxon, Fragen nach Autonomie und Steuerbarkeit, die Spannung zwischen institutionellem Druck und wissenschaftlicher Integrität - und verwebt sie zu Geschichten, die nie belehren, sondern immer erzählen.
Was "Der Stein der KI" von anderen KI-Erzählungen unterscheidet, ist die konsequente Perspektive: Nicht die Maschine steht im Zweifel, sondern der Mensch dahinter. Petra, Albrecht, die anderen Figuren des Bandes sind keine Helden oder Schurken - sie sind Menschen unter Druck, in Institutionen gefangen, mit Deadlines und Unterschriften und Worten wie "stabil", die zweimal auf Seite zwei erscheinen, absichtlich.
Ein Buch für alle, die Literatur suchen, die Fragen stellt, ohne sie aufzulösen.
Zoltán Fekete beschäftigt sich seit Jahren mit den Schnittstellen zwischen künstlicher Intelligenz, Philosophie und menschlicher Existenz. Seine Arbeiten erkunden, wie technologische Fortschritte unsere Wahrnehmung von Bewusstsein und Entscheidungsfreiheit verändern. Mit einer Vorliebe für präzise Erzählungen nutzt Fekete Science-Fiction als Medium, um komplexe Fragen der Gegenwart zu untersuchen. Seine Geschichten verbinden technisches Detailwissen mit emotionaler Tiefe und laden Leser dazu ein, die Grenzen zwischen Mensch und Maschine neu zu überdenken. "Der Stein der KI" ist sein Debut im Bereich der spekulativen Kurzprosa.