Keine Lust mehr auf Schnee und Eis? Hier sind die Bücher, die das Warten auf den Frühling fast vergessen lassen.
William Gibson Roman „Neuromancer“ gilt als Meilenstein der modernen Science-Fiction und Begründer des Cyberpunk-Genres. Mit seiner visionären Darstellung einer vernetzten Welt, in der kybernetisch aufgerüstete Hacker, sogenannte Konsolencowboys, durch den Cyberspace navigieren, prägt Gibson nicht nur die Literatur, sondern auch das popkulturelle Verständnis digitaler Zukunft.
Im Zentrum steht der abgehalfterte Hacker Case, dem die Fähigkeit genommen wurde, sich in die digitale Matrix einzuklinken. Ein mysteriöser Auftraggeber verschafft ihm eine zweite Chance und zieht ihn in ein Labyrinth aus künstlichen Intelligenzen, Identitätsfragen und Konzernmacht, aus dem ein Entkommen unmöglich scheint.
„Neuromancer“ ist stlistisch wie inhaltlich beeindruckend und führt uns in eine düstere, neongetränkte Welt, in der Technologie allgegenwärtig und doch entfremdend wirkt. Gibsons Vision sieht die menschliche Gesellschaft am Abgrund. Der Cyberspace ist gleichermaßen existenzieller Fluchtort, technischer Raum, ästhetische Vision, faszinierend, überwältigend und gefährlich.
Auch Jahrzehnte nach seinem Erscheinen hat „Neuromancer“ nichts von seiner Faszination und Relevanz verloren. Gibsons visionärer Roman wirkt ungemein prophetisch, insbesondere in seinem Entwurf globaler Netzwerke, nahezu allmächtiger Konzerne und unregulierter virtueller Räume, und bleibt eines der Schlüsselwerke der Science-Fiction-Literatur.
zum Produkt € 14,00*
Mit viel Witz und Charme erzählt die polnische Autorin Roksana Jędrzejewska-Wróbel in diesem Bilderbuch die Geschichte eines Mannes, der alles im Leben streng organisiert. Herr Ernst ist ein sehr ordentlicher, pflichtbewusster Mensch. Sein Alltag besteht aus festen Routinen, gesunden Mahlzeiten und nützlichen Tätigkeiten. Für Spiel, Spaß oder spontane Einfälle bleibt kein Platz. Doch all diese Disziplin macht ihn nervös. Als er hört, dass Katzen mit ihrem Schnurren beruhigend wirken, fasst er einen praktischen Entschluss: Eine Katze muss her.
Also kauft Herr Ernst gewissenhaft alles, was eine Katze braucht: Futter, Napf, Katzenstreu und sogar Spielzeug. Schließlich zieht ein rundlicher, flauschiger Kater bei ihm ein. Doch das Tier erfüllt seine wichtigste Aufgabe nicht: Es schnurrt einfach nicht. Ratlos sucht Herr Ernst schließlich einen Tierarzt auf, der ihm einen entscheidenden Hinweis gibt.
Mit liebevoller Ironie erzählt das Buch davon, wie kleine Gesten und Nähe manchmal mehr bewirken als jede noch so perfekte Planung. Die humorvollen Illustrationen von Adam Pękalski, inspiriert von der klaren Formensprache des Malers Piet Mondrian, setzen die Geschichte visuell originell in Szene.
zum Produkt € 18,00*
„Unbegründete Ängste“ ist das sensible und zugleich überraschend humorvolle Porträt eines jungen Mannes, der mit sich und seiner Umwelt ringt. Im Mittelpunkt steht Christian, Anfang dreißig, Fitnesstrainer in einer sächsischen Kleinstadt. Nach außen wirkt er souverän und körperlich stark, doch innerlich wird er von Zweifeln, Angstzuständen und der Sorge um Gesundheit, Zukunft und Beziehungen geplagt.
Christian lebt ein eher ruhiges Leben zwischen Fitnessstudio, Familienbrunch und flüchtigen Begegnungen. Verliebt ist er in einen Mann, der sich lieber um Hunde im Tierheim kümmert als um romantische Beziehungen. Während Christian versucht, seinen Alltag zusammenzuhalten, wachsen die Ängste: vor Krankheit, vor Einsamkeit, vor gesellschaftlichen Entwicklungen wie Klimakrise und zunehmendem Rechtsextremismus. Als die Anspannung schließlich zu Panikattacken führt, zieht er sich immer stärker zurück.
Der Roman wechselt dabei immer wieder die Perspektive und zeigt Christian auch durch die Augen anderer. So entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie Ängste nicht nur den Einzelnen betreffen, sondern auch Beziehungen verändern. In klarer, zugänglicher Sprache verbindet Res Sigusch persönliche Krisen mit größeren gesellschaftlichen Fragen. Unbegründete Ängste ist ein berührender, kluger Roman über Unsicherheit, Zugehörigkeit und darüber, wie wichtig es sein kann, sich anderen anzuvertrauen.
zum Produkt € 24,00*
Svenja Leibers Roman „Nelka” erzählt eindringlich eine Geschichte über Erinnerung, Verlust und die langen Schatten der Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die als junges Mädchen während der Zeit des Nationalsozialismus aus ihrer Heimat verschleppt und Zwangsarbeiterin auf einem norddeutschen Bauernhof wurde. Jahrzehnte später kehrt sie an diesen Ort zurück, an dem ihr Leben einst eine dramatische Wendung nahm.
Die Rückkehr löst Erinnerungen aus: an die harte Arbeit, an die Menschen auf dem Hof und an das Gefühl, fern der eigenen Familie und Sprache leben zu müssen. Schritt für Schritt entfaltet sich so ein persönliches Schicksal, das zugleich stellvertretend für viele andere steht.
Der Roman zeigt, wie tief die Erfahrungen von Krieg und Zwangsarbeit in den Lebensgeschichten der Betroffenen weiterwirken. Svenja Leiber erzählt diese Geschichte in einer ruhigen, klaren Sprache, die den Figuren viel Raum lässt. Dabei verbindet sie historische Hintergründe mit einer sehr persönlichen Perspektive. So entsteht ein stiller, aber eindringlicher Roman über Erinnerung, Verantwortung und darüber, wie untrennbar Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben bleiben.
zum Produkt € 24,00*
Mit „Emma und Amir“ legt die Berliner Comiczeichnerin Bianca Schaalburg eine ebenso spannende wie ungewöhnliche Graphic Novel vor. Nach ihrem vielfach ausgezeichneten Werk „Der Duft der Kiefern“ schlägt
sie hier einen ganz anderen Ton an: eine rasante Mischung aus Krimi, Politthriller, Liebesgeschichte und
humorvoller Komödie.
Im Mittelpunkt stehen zwei Berliner, deren Wege sich zunächst nur indirekt kreuzen: Amir, ein Grafiker mit ruhigem Wesen, und Emma, eine selbstbewusste Reiseleiterin. Als ein tödlicher Anschlag in Berlin die Stadt erschüttert und Amirs bester Freund als mutmaßlicher Täter dargestellt wird, gerät Amir selbst ins Visier der Ermittlungen. Überzeugt von der Unschuld seines Freundes taucht er unter. Gemeinsam mit Emma beginnt eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Die Spur führt bald über Berlin hinaus bis nach Paris und bringt die beiden immer tiefer in ein Netz aus politischen Intrigen und geheimnisvollen Gegnern.
Besonders reizvoll ist die lebendige Kulisse der Geschichte. Mit viel Liebe zum Detail zeichnet Schaalburg Straßenzüge, Kinos, Schwimmbäder und Parks und lässt Berlin und Paris zu beinahe eigenen Figuren der Handlung werden. Die abwechslungsreichen Bildkompositionen, dynamischen Panels und die ausdrucksstarke Farbgestaltung verleihen der Graphic Novel eine große visuelle Energie. So entsteht ein unterhaltsames, überraschungsreiches Leseerlebnis, das Spannung, Humor und cineastische Anspielungen miteinander verbindet.
zum Produkt € 26,00*
In seinem Debütroman „Hitzetage” zeichnet Oisín McKenna das vielschichtige Porträt einer Generation um die Dreißig, die zwischen großen Hoffnungen, brüchigen Beziehungen und unsicheren Lebensverhältnissen ihren Platz sucht.
Im Mittelpunkt stehen mehrere Figuren, deren Wege sich immer wieder kreuzen: Maggie, die unerwartet schwanger ist und darüber nachdenkt, ihr freies Londoner Leben aufzugeben, ihr Partner Ed, der als Fahrradkurier arbeitet und selbst mit Zweifeln ringt, sowie Maggies Freunde Phil und Callum, die jeweils mit eigenen Sehnsüchten, familiären Konflikten und der Suche nach Nähe zu kämpfen haben. Während sie durch Clubs, Pubs und Straßen der Stadt treiben, rücken Fragen nach Liebe, Identität und Zukunft immer stärker in den Vordergrund.
McKenna erzählt aus wechselnden Perspektiven und verbindet persönliche Geschichten mit einem eindringlichen Bild der Stadt. London erscheint dabei nicht nur als Schauplatz, sondern fast als eigene Figur. Es ist lebendig und verführerisch, aber auch anstrengend und voller Unsicherheiten. Mit viel Gespür für Atmosphäre und emotionale Zwischentöne entsteht ein Roman über Freundschaft, über das Erwachsenwerden nach den wilden Zwanzigern und über die Frage, was vom Traum der großen Stadt bleibt, wenn das Leben komplizierter wird.
zum Produkt € 26,00*
„Heaven’s Gate“ ist ein atmosphärischer Kriminalroman, der Surf-Lifestyle und klassische Detektivgeschichte auf ungewöhnliche Weise verbindet. Schauplatz ist eine philippinische Insel, auf der sich paradiesische Strände, große Wellen und dunkle Geschäfte begegnen. Im Mittelpunkt steht Caruso, ein ehemaliger Profisurfer mit rätselhafter Vergangenheit, der sich als Gelegenheitsdetektiv durchschlägt. Als eine Frau ihn bittet, ihren verschwundenen Sohn zu finden, gerät er in ein Netz aus Gewalt, Korruption und gefährlichen Interessen. Schnell wird klar, dass hinter der scheinbar einfachen Suche weit mehr steckt.
Faßbender erzählt diese Geschichte mit viel Atmosphäre, trockenem Humor und einem Gespür für starke Schauplätze. Zwischen Surfbrettern, Bars und staubigen Straßen entsteht ein spannender Krimi, der zugleich das Lebensgefühl einer Surferwelt einfängt. Caruso ist dabei ein ungewöhnlicher Ermittler: lässig, verletzlich und mit einem eigenen moralischen Kompass ausgestattet. Gerade diese Mischung macht ihn zu einer Figur, der man gern folgt.
Ein stimmungsvoller Kriminalroman mit besonderem Setting und einem eigenwilligen Ermittler, der Lust auf weitere Abenteuer macht.
zum Produkt € 19,00*
Hamburg im Jahr 1951: Der Krieg ist vorbei, doch seine Spuren prägen noch immer das Leben. Zwischen Ruinen, Bars und improvisierten Bühnen versucht die Jazzpianistin Martha Kiesler neu anzufangen. Nach Jahren in New York kehrt sie in ihre alte Heimat zurück. Mit einer Schallplatte im Gepäck und mit dem Wunsch, in der vom Krieg gezeichneten Stadt wieder Musik zu machen.
Robert Brack erzählt von einer Frau, die ihren Platz sucht: als Musikerin in einer Männerdomäne, als Rückkehrerin aus Amerika und als eigenwillige Persönlichkeit in einer Gesellschaft, die ihre Vergangenheit noch lange nicht aufgearbeitet hat. Der Kiez von St. Pauli bildet dafür die passende Kulisse. Ein Ort zwischen Aufbruch und Elend, zwischen Neonlicht und Trümmern.
Im Mittelpunkt steht Marthas Traum von einem eigenen Jazzclub, einem Ort der Freiheit und der Musik. Doch die Wirklichkeit der Nachkriegszeit macht diesen Traum kompliziert. Alte Bekanntschaften tauchen wieder auf, zwielichtige Gestalten mischen mit, und auch ihre persönlichen Beziehungen bringen neue Unsicherheiten mit sich. Lose inspiriert von der legendären Jazzpianistin Jutta Hipp, erschafft Brack das Porträt einer faszinierenden Figur und entwirft zugleich ein atmosphärisches Bild der frühen Bundesrepublik.
zum Produkt € 18,00*
Im zweiten Band ihrer großen Bilderzählung setzt Ulli Lust ihr ebenso kluges wie bildgewaltiges Projekt fort, die Frühgeschichte konsequent aus weiblicher Perspektive zu betrachten. Im Zentrum stehen Schamaninnen, Heilerinnen, Ritualexpertinnen, Vermittlerinnen zwischen den Welten und die Frage, welche Rolle Frauen im Jungpaläolithikum tatsächlich gespielt haben könnten.
Ausgangspunkt ist unter anderem die berühmte Venus von Willendorf, deren Deutungen Lust kritisch hinterfragt. Mit prägnantem Strich, atmosphärischer Farbgebung und großer erzählerischer Kraft verwebt sie archäologische Erkenntnisse, kunsthistorische Reflexionen und eine fiktive Clangeschichte zu einer dichten, anschaulichen Erzählung. Geburt, Jagd, Rituale und Alltag erscheinen dabei nicht als exotische Kulisse, sondern als lebendige Erfahrungswelt.
Besonders eindrucksvoll ist, wie selbstverständlich Lust Fakten und Fiktion transparent und reflektiert miteinander verschränkt. Sie zeigt, wie sehr frühere Deutungen von männlichen Blickwinkeln geprägt waren, und eröffnet alternative Lesarten, ohne ins Spekulative abzugleiten. So entsteht kein trockenes Sachbuch, sondern ein leidenschaftliches, ästhetisch beeindruckendes Werk, das Archäologie als lebendigen Denkprozess begreift. „Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“ ist ein Aufklärungsbuch im besten Sinne: fundiert, inspirierend und erzählerisch mitreißend.
zum Produkt € 29,00*
„Mo & Moritz“ erzählt von Liebe, Herkunft und der Frage, wie viel Mut es braucht, den eigenen Weg konsequent zu gehen. Mo lebt mit seiner Familie in Wien, nachdem sie vor Krieg und Gewalt fliehen mussten. Als er nach einem Konflikt die Schule verlassen muss, bekommt er eine zweite Chance: eine Lehrstelle in einem sehr eleganten Friseursalon.
Dort eröffnet sich ihm eine neue Welt voller Glanz, neuer Begegnungen und Möglichkeiten. Bei einem Einsatz auf dem Wiener Opernball begegnet er schließlich Moritz. Zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige, intensive Nähe, die für Mo ebenso aufregend wie verunsichernd ist. Denn ihre Beziehung stellt vieles infrage. In Mos Familie gelten klare Erwartungen, über Homosexualität wird mit Ablehnung gesprochen, und auch Moritz‘ jüdischer Hintergrund macht die Situation komplizierter. Gleichzeitig spürt Mo zum ersten Mal, dass ein anderes Leben möglich sein könnte. Eines, in dem er sich selbst treu bleiben darf.
Während Mo versucht, seinen Platz zwischen Familie, Herkunft und eigenen Gefühlen zu finden, wird die Beziehung zu Moritz immer wichtiger für ihn. Die beiden tasten sich vorsichtig aneinander heran, teilen Unsicherheiten, Hoffnungen und den Wunsch, trotz aller Unterschiede verstanden zu werden.
zum Produkt € 17,00*