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Sommerloch? Nicht bei uns! Hier stellen wir euch spannenden Lesestoff für die entspannten Tage vor ...
„Ungebetene Gäste“ ist ein intensives Psychogramm einer Gesellschaft, die unter dem Gewicht ihrer eigenen Schuld, Vorurteile und Traumata zu zerbrechen droht. Ausgehend von einem tragischen Unfall, ein kleiner Junge stößt versehentlich einen Hammer vom Balkon, ein anderer Junge stirbt, entfaltet die Autorin eine vielschichtige Erzählung über Verdrängung, Angst und moralisches Versagen.
Im Zentrum steht Naomi, eine junge Mutter, die sich zunächst nicht traut, die Wahrheit zu sagen – mit verheerenden Folgen: Ein arabischer Handwerker wird zu Unrecht beschuldigt und inhaftiert. Zwischen Schuldgefühlen, Sprachlosigkeit und familiären Spannungen verhandelt der Roman brisante Fragen zu Gerechtigkeit, Rassismus und individueller Verantwortung in einem zutiefst gespaltenen Israel. Gundar Goshen gelingt es, die politischen und gesellschaftlichen Spannungen des Landes in einem privaten Drama zu spiegeln.
Ihr Blick auf die Beziehungen zwischen jüdischen und arabischen Israelis bleibt dabei differenziert und empathisch, ohne zu beschönigen. Die psychologischen Abgründe der Figuren sind glaubwürdig und mit großer Feinfühligkeit gezeichnet. Ungebetene Gäste ist ein leises, aber erschütterndes Buch, das zeigt, wie aus kleinen Unwahrheiten große Katastrophen entstehen können.
zum Produkt € 25,00*
Mit „Schweigen“ legt die preisgekrönte Comic-Künstlerin Birgit Weyhe ein erschütterndes und vielschichtiges Werk vor, das sich der deutschargentinischen Geschichte anhand zweier realer Biografien nähert: Ellen Marx, eine jüdische Berlinerin, die 1939 vor den Nazis nach Argentinien flieht, und Elisabeth Käsemann, eine westdeutsche Studentin, die in den 1970er-Jahren in Buenos Aires gegen Armut und Diktatur kämpft.
Beide Frauen verlieren geliebte Menschen, beide werden Opfer von Systemen, die Gewalt, Schweigen und Verdrängung zur Methode gemacht haben. Weyhe gelingt es bravourös, historische Komplexität und persönliche Tragik kongenial zu verweben. Ihre zeichnerische Sprache findet eindrucksvolle Bilder für das Unsagbare: schwarze Seiten, abstrahierte Täterfiguren, fragmentierte Körper, stille Objekte.
Die Gewalt wird nicht ausgestellt, sondern atmosphärisch spürbar gemacht, besonders in den Szenen rund um das Verschwinden von Marx’ Tochter Nora oder die Ermordung Käsemanns im Folterlager El Vesubio. Birgit Weyhes Schweigen ist ein stilles, schmerzhaftes, hochpolitisches Buch – und vielleicht einer der wichtigsten Comics der letzten Jahre.
zum Produkt € 39,00*
Liz Nugents Roman Auf der Lauer liegen beginnt mit einem Paukenschlag: „Mein Mann hatte eigentlich nicht vor, Annie Doyle umzubringen, aber diese verlogene Schlampe hat es nicht anders verdient.“ Damit ist klar: Hier steht nicht die Frage nach dem Täter im Vordergrund, sondern das Warum – und die langfristigen Folgen einer Tat.
In wechselnden Ich-Perspektiven erzählt Nugent die Geschichte dreier Figuren: Lydia, die psychisch labile Ehefrau eines Richters, deren kontrollierender Egoismus alles in den Abgrund reißt; Laurence, ihr Sohn, der sich mühsam von der Mutter emanzipiert, und Karen, die Schwester des Opfers, die Gerechtigkeit sucht. Die komplexe Figurenzeichnung und die stetige Enthüllung neuer Motive und Lügen machen den Roman zu einem psychologisch dichten Thriller mit großer Sogwirkung.
Nugent gelingt es, Spannung ohne Effekthascherei aufzubauen. Gewalt wird nicht voyeuristisch ausgeschlachtet, sondern dient der Charakterentwicklung. Die Themen Schuld, Mutterliebe, Standesdünkel und psychische Abhängigkeit durchziehen das Buch ebenso wie ein kritischer Blick auf soziale Klassen in Irland der 1980er Jahre. „Auf der Lauer liegen“ ist ein düsteres, klug konstruiertes Kammerspiel über Macht, Manipulation und die zerstörerische Kraft der Lüge.
zum Produkt € 18,00*
Angela Carters Erzählband "Die blutige Kammer" bietet zehn ungewöhnliche Märchenadaptionen, die nichts mit der kindgerechten Disney-Version zu tun haben. Ursprünglich 1979 erschienen, ist das Buch jetzt in einer Neuübersetzung von Maren Kames wieder auf Deutsch erhältlich – ergänzt durch Illustrationen von Julia Kissina und ein
Nachwort von Mithu Sanyal.
Carter nimmt bekannte Stoffe wie „Blaubart“, „Rotkäppchen“ oder „Die Schöne und das Biest“ und erzählt sie neu – brutal, sexuell aufgeladen und aus weiblicher Perspektive. Dabei werden traditionelle Geschlechterrollen infrage gestellt, Machtverhältnisse umgedreht und Tabus bewusst angesprochen. Die Heldinnen sind nicht mehr passiv, sondern erkunden ihre Wünsche, Ängste und Grenzen selbst.
Die Geschichten bewegen sich zwischen Fantasie und Realität, oft mit schwarzem Humor oder drastischen Bildern. Mal wird ein junges Mädchen zur Werwölfin, mal entdeckt „die Schöne“ das Biest in sich selbst. Angela Carter zeigt, wie viel in alten Märchen steckt – an Gewalt, Lust, Angst, aber auch an Möglichkeiten. Die blutige Kammer ist kein Wohlfühlbuch, aber ein wichtiges Werk über weibliche Selbstermächtigung, das auch 45 Jahre nach seinem Erscheinen noch provoziert und bewegt.
zum Produkt € 21,99*
Gabriel Yoran liefert mit seinem Essay „Die Verkrempelung der Welt“ eine unterhaltsame und zugleich scharfsinnige Kritik am heutigen Produktwahnsinn. Auf rund 185 Seiten zeigt der Design- und Gesellschaftsforscher, wie viele moderne Produkte zwar technisch fortschrittlich sind, aber den Alltag oft unnötig komplizieren und frustrieren.
Anhand von Beispielen wie einem Induktionsherd mit unpraktischer Touchsteuerung oder einem überteuerten Kaffeevollautomaten deckt Yoran die Absurditäten des Konsums auf. Seine zentrale These: Produkte werden bewusst so gestaltet, dass sie schnell verschleißen oder kompliziert sind, eine geplante Obsoleszenz, die uns alle ausbeutet.
Das Buch verbindet fundierte Analyse mit Humor und gesellschaftlicher Kritik, ohne moralisch zu belehren. Auch wenn Yoran keine Lösungen anbietet, regt seine kluge Bestandsaufnahme zum Nachdenken an – über den Überfluss, den wir um uns haben, und wie wenig uns das eigentlich glücklich macht.
„Die Verkrempelung der Welt“ ist ein erfrischender Weckruf für alle, die sich fragen, warum wir uns mit immer mehr Dingen umgeben, die eher nerven als nützen.
zum Produkt € 22,00*
Sara Paretsky zeigt erneut, warum ihre Heldin zu den eindrucksvollsten Figuren der Kriminalliteratur zählt. Doch diesmal ist Vic nicht in Chicago unterwegs, sondern in Lawrence, Kansas, körperlich und emotional angeschlagen nach einem traumatischen Vorfall, bei dem eine trans Studentin starb.
Als nach einem Basketballspiel eine junge Frau verschwindet, gerät Vic in ein neues Drama. Sie findet die Vermisste und wenig später eine Leiche. Die Polizei verdächtigt sie, und so muss sie, die Ermittlungen selbst aufnehmen. Glücklicherweise ist Vic nicht alleine. Unterstützt wird Vic von einer Reporterin, einem Schrottplatzpaar und einem obdachlosen Veteranen.
Paretsky gelingt es, gesellschaftlich relevante Themen wie Rassismus, Transfeindlichkeit, Drogenabhängigkeit und soziale Ungleichheit subtil einzuflechten. „Wunder Punkt“ überzeugt durch eine verletzliche, aber entschlossene Protagonistin, glaubwürdige Figuren und eine fesselnde Handlung. Ein spannender Krimi mit Tiefgang – sowohl für langjährige Fans als auch für Neueinsteiger:innen bestens geeignet.
zum Produkt € 25,00*
Howard Zinns Werk „Eine Geschichte des amerikanischen Volkes“ bietet eine radikal andere Perspektive auf die Geschichte der Vereinigten Staaten. Statt die gewohnten Erzählungen über Präsidenten, Kriege und politische Errungenschaften zu wiederholen, richtet Zinn den Blick auf jene, deren Stimmen in der traditionellen Geschichtsschreibung oft überhört werden: indigene Völker, versklavte Menschen, Arbeiterinnen, Frauen, Migrantinnen. Zinns Ansatz ist klar parteiisch – und genau das macht sein Werk so kraftvoll. Er versteht Geschichte als ein Feld von Interessen, geprägt von Machtverhältnissen und Konflikten. Aus dieser Haltung heraus erzählt er etwa die Ankunft Kolumbus’ aus der Perspektive der Indigenen oder den Ersten Weltkrieg aus Sicht der Kriegsgegner.
Dabei stützt er sich auf eine Vielzahl an Quellen und Augenzeugenberichten, die das große Bild durch konkrete Einzelschicksale greifbar machen. Seit seiner Erstveröffentlichung 1980 hat das Buch weltweit Leser:innen beeinflusst, wurde in den USA millionenfach verkauft und findet bis heute Resonanz – auch in Popkultur und Bildungsarbeit.
Zinns Werk bleibt ein eindrückliches Plädoyer für Geschichtsschreibung „von unten“ – unbequem, aber notwendig.
zum Produkt € 48,00*
Mit „Wir kommen zurecht“ legt Annika Büsing einen Roman über das Erwachsenwerden in einem emotional instabilen Umfeld vor. In dessen Zentrum: Philipp, ein sensibler, kluger 17-Jähriger, der kurz vor seinem 18. Geburtstag steht, ein Tag, der nicht gefeiert, sondern möglichst schnell abgehakt werden soll. Denn Familie bedeutet für Philipp nicht Geborgenheit, sondern Überforderung. Seine Mutter ist psychisch krank, ihr Verhalten unberechenbar, mal liebevoll, mal zerstörerisch.
Nach der Trennung der Eltern verschwindet sie immer wieder aus seinem Leben, hinterlässt Leere und Angst. Sein Vater, ein vielbeschäftigter Chirurg, wirkt zwar stabil, bleibt aber emotional abwesend. Die junge Stiefmutter kann das fehlende Gleichgewicht nicht ausgleichen.
Trotz des Schmerzes, der viele Szenen durchzieht, bleibt Philipp kein Opfer. Er denkt scharf, fühlt tief, sehnt sich nach Verbundenheit. Und begegnet Menschen, die ihm Halt geben: seinem besten Freund Lorenz, verständnisvollen Lehrerinnen, den Großeltern und schließlich Onno, der an seinem 18. Geburtstag unerwartet vor der Tür steht.
„Wir kommen zurecht“ ist ein Roman, der kluge Fragen stellt: Was macht Familie aus? Wie viel Verantwortung trägt ein Kind für das emotionale Gleichgewicht der Erwachsenen? Und wie schafft man es, sich selbst treu zu bleiben?
zum Produkt € 24,00*
Mit „Witches, Bitches, It-Girls“ legt Rebekka Endler ein ebenso scharf beobachtetes wie unterhaltsam geschriebenes Sachbuch vor, das sich mit patriarchalen Mythen und frauenfeindlichen Bildern auseinandersetzt – von der Antike bis zur Popkultur der 2000er-Jahre.
Endler analysiert, wie kulturelle Narrative von Eva über Pandora bis Paris Hilton genutzt wurden und werden, um Frauen zu disziplinieren, auszugrenzen oder zu dämonisieren. Ob Hexe, It-Girl oder hysterische Furie – das Buch zeigt, dass das Patriarchat stets Schreckensfiguren braucht, um Normen durchzusetzen. Besonders eindrücklich ist Endlers Kritik an der Normalität als kultureller Waffe, mit der Abweichung abgewertet und Macht zementiert wird.
Neben der fundierten Analyse überzeugt auch Endlers Selbstreflexion. Sie spart nicht mit Kritik an der eigenen Sozialisierung und der Rolle internalisierter Misogynie – eine Offenheit, die dem Buch zusätzliche Tiefe gibt. „Witches, Bitches, It-Girls" ist ein kluges, wütendes, manchmal überbordendes, aber dringend nötiges Buch – ein feministischer Weckruf mit popkulturellem Tiefgang und einem klaren Aufruf zur kollektiven Veränderung.
zum Produkt € 25,00*
Louise Kennedy legt eine bemerkenswerte Sammlung von Kurzgeschichten vor, die sich durch atmosphärische Dichte, präzise Sprache und eine klare Haltung auszeichnen. Die 15 Geschichten kreisen um Themen wie Ehe, Mutterschaft, Verlust, Erinnerung, oft erzählt durch die Perspektive von Frauen, deren Leben durch äußere Umstände, gesellschaftliche Erwartungen und familiäre Spannungen geprägt ist.
Kennedys Stil ist direkt und ungeschönt. Ihre Sprache spiegelt sowohl die Härte als auch die poetische Schönheit des irischen Alltagslebens wider. Die Beziehungen, die sie beschreibt, sind oft angespannt oder brüchig, die Figuren verletzlich, aber nicht sentimental. Besonders eindrücklich ist ihr Gespür für das Unsagbare – unausgesprochene Spannungen, verschluckte Wahrheiten, verpasste Möglichkeiten.
Mit ihrem späten Einstieg in die Literatur, nach fast drei Jahrzehnten als Köchin, bringt Louise Kennedy eine ungewöhnliche Perspektive mit. Ihr Debüt ist kein lautes Buch, aber eines, das lange nachwirkt.
zum Produkt € 25,00*