Weihnachten

Highlights der Redaktion

  • 08.10.2020

Hier wird es persönlich: Das hier sind die Lieblingsbücher der genialokal-Redakteur:innen aus diesem Jahr. Für einen besseren Eindruck haben wir für jede Geschenkempfehlung eine kurze Rezension geschrieben.

 

Verena Roßbacher, Mon Chéri und unsere demolierten Seelen

gebunden

»Mit zwölf Jahren wurde mir schlagartig klar, dass ich nie durch Anmut überzeugen würde.« Charly Benz. Wie gestaltet man sein Leben, wenn man zwei linke Hände, eine demolierte Seele und jede Menge Probleme hat? Eine hinreißende Tiefstaplerin, der man nicht so ganz trauen kann, führt uns durch den neuen Roman von Verena Roßbacher. Mit unverbrüchlichem Optimismus und irre gut gelaunt strauchelt Charly Benz seit 43 Jahren durch ihr Leben. Sie arbeitet im Marketing einer Berliner Foodcompany, ernährt sich von angebrannten Croissants und bespricht ihre Beziehungsprobleme - die darin bestehen, dass sie keine Beziehung hat - mit ihrem einzigen Freund: Herr Schabowski, ein sechzigjähriger Mann, der ihre Post und Ängste sortiert. Doch als dieser eine tödliche Diagnose erhält, ihr erster Versuch einer Systemischen Familienaufstellung in einem Debakel endet und plötzlich gleich drei Männer ihr Leben gehörig durcheinanderbringen, verlässt Charly allumfassend der Mut. Den sollte sie schleunigst wiederfinden, sie ist nämlich schwanger. Sie und Schabowski beschließen, ihre Probleme proaktiv anzugehen: Sie flüchten. Und zwar nach Bad Gastein, ein ehemals mondäner Kurort im Südwesten Österreichs. In einem leerstehenden Hotel der Jahrhundertwende, das einst Charlys Vater gehörte, stellen sie fest: Man kann sich die Menschen, mit denen man verwandt ist, nicht aussuchen - seine Familie aber schon.

zum Produkt € 24,00*

Ein großartiger Titel, ein großartiges Buch! Verena Roßbacher, die uns vor wenigen Jahren mit "Ich war Diener im Hause Hobbs" so begeistert hat, erzählt unglaublich charmant und klug von ihrer eigenbrötlerischen Protagonistin Charly Benz.
Charly ist Anfang vierzig, lässt sich ihre Post von Herrn Schabowski öffnen und pflegt ihre Neurosen. Wir haben uns während der Lektüre in Charly und ihre wachsende Entourage verliebt und nach der letzten Seite das Buch mit Tränen der Freude/ Rührung/ Abschiedsschmerz zugeklappt.

 

Catherine Cusset, Die Definition von Glück

gebunden

Wenn ich meinen Computer ausgeschaltet hätte, ohne dieser Unbekannten zu antworten, säße ich heute, drei Monate nach Clarisse' Tod, nicht hier in meinem Haus in Brooklyn und begänne zu erzählen, was man wahrhaft eine Geschichte nennen muss - unsere Geschichte. Vielleicht wäre dann nichts von alldem passiert. »Ein wunderbarer Roman, der das Leben zweier Frauen von den Sechzigerjahren bis heute nachzeichnet. Sie beide bilden die Inkarnation der modernen Frau.« France Inter »Ein scheuklappenloser Blick auf unsere Entscheidungen, Sehnsüchte, Niederlagen und Stärken. Ein großartiger Roman über die Liebe, die Mutterschaft und das Altern.« Le Parisien »Diese Lektüre macht augenblicklich süchtig.« L'Express »Das Leben zu erzählen - dies ist die große Stärke der Catherine Cusset.« Le Monde

zum Produkt € 24,00*

"Die Definition von Glück" erzählt klug und berührend die Lebensgeschichten von Ève und Clarisse. Wir lernen die beiden als Teenager in den 1960er-Jahren kennen, aber beide kennen sich nicht nicht. Mit dem Wissen, dass eine der beiden zu früh sterben wird, begleiten wir sie durch ihre Leben, ihre Lebensentwürfe, ihre Liebes- und Familiengeschichten, auf ihren Suchen nach dem Glück und lernen dabei ihre Definition von Glück kennen. Die eine wild, vagabundierend und frei in Paris, die andere in einem aufgehobenen, ordentlichen Leben in Brooklyn. Und doch sind die beiden auf wunderschönste Weise verbunden. Der neue Roman von Catherine Cusset, die für ihr Werk schon viele Preise erhalten hat, geht sehr ans Herz und ist nach unserer Definition eine Lektüre, die glücklich macht.

 

Yrsa Sigurdardóttir, SCHNEE

kartoniert

Was zwang die Freunde, sich mitten im harten Winter im isländischen Hochland zu bewegen, in Dunkelheit und Schneestürmen? Und warum verließen sie das kleine Obdach, das sie hatten, kaum bekleidet und den harten Bedingungen vollkommen ausgeliefert? Ein Rettungsteam wird in die abgeschiedene Gegend geschickt, um nach den Vermissten zu suchen. Währenddessen gehen an der einsam gelegenen Radarstation in Stokksnes seltsame Dinge vor sich. Nichts ist so, wie es scheint: Sei es die Blutlache, die im unberührten Schnee fernab der Zivilisation entdeckt wird, oder der kleine Kinderschuh, der Jahrzehnte nach der Vergrabung wiedergefunden wird ... Angesiedelt in der grandiosen isländischen Landschaft, beschreibt Yrsa Sigurdardóttir überzeugend, wie das Gehirn uns in Ausnahmesituationen täuschen kann. Die Ikone des skandinavischen Thrillers beherrscht das Spiel mit der Imagination, der schmalen Grenze zwischen Einbildung und Realität, perfekt und zeigt mit »SCHNEE« ihr ganzes Können.

zum Produkt € 17,00*

Es ist tiefer Winter, Schneestürme ziehen über den Osten Islands. In der Nähe von Höfn ist eine Gruppe aus Reykjavík verschwunden. Jóhanna, eine der Ehrenamtlichen der Rettungswacht, die auf der Suche nach den Großstädtern durch den tiefen Schnee stapfen, kämpft mit den Folgen eines Unfalls und mit ihrer Wahrnehmung, die ihr Streiche zu spielen scheint. Auch in der nahegelegenen Radarstation Stokksnes ist es unheimlich: Schatten sind zu sehen, Stimmen sind zu hören, und wieso taucht auf einmal eine Katze auf? „Schnee“ bedarf keines psychotischen Mörders, um uns bei der Lektüre das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Die isländische Bestsellerautorin zeigt außerordentlich eindrücklich, was Angst, Naturgewalten wie ein arktischer Winter mit sehr wenig Tageslicht und vor allem auch Vergangenes in einem auslösen und einen in den Wahnsinn treiben können. „Schnee“ der isländischen Bestsellerautorin Yrsa Sigurdardóttir ist nichts für schwache Nerven und sollte, so unsere Empfehlung, eher bei Tag gelesen werden.

 

Daniela Dröscher, Lügen über meine Mutter

gebunden

Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag. »Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht? Schonungslos und eindrücklich lässt Daniela Dröscher ihr kindliches Alter Ego die Jahre, in denen sich dieses  »Kammerspiel namens Familie« abspielte, noch einmal durchleben. Ihr gelingt ein ebenso berührender wie kluger Roman über subtile Gewalt, aber auch über Verantwortung und Fürsorge. Vor allem aber ist dies ein tragik-komisches Buch über eine starke Frau, die nicht aufhört, für die Selbstbestimmung über ihr Leben zu kämpfen. 

zum Produkt € 24,00*

Takis Würger, Unschuld

gebunden

»Es ist fesselnd, es ist packend, es ist berührend.« Christine Westermann Wenn alle lügen. Und niemand unschuldig ist. Molly Carver bleiben fünfunddreißig Tage, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen. Seit Jahren sitzt er für den Mord an dem sechzehnjährigen Casper Rosendale im Gefängnis - nun soll das Urteil vollstreckt werden. Auf der Suche nach Antworten kehrt Molly zurück in das Ostküstendorf ihrer Kindheit. Unter falschem Namen beginnt sie, als Hausmädchen für die Rosendales zu arbeiten, eine Familie, die einmal einflussreicher war als die Rockefellers ... Emotional und eindringlich zeichnet Takis Würger das Portrait einer Gesellschaft voller Widersprüche und zeigt uns, was sich wirklich hinter den schillernden Fassaden dieser Welt abspielt.

zum Produkt € 22,00*

Molly bleiben wenige Tage, um die Unschuld ihres Vaters, der im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartet, zu beweisen. Schon immer stand sie auf der Verliererseite der Gesellschaft: mutterlos, stotternd, eine Kindheit im Trailerpark und der vermeintliche Mord ihres Vaters am Sohn seines Arbeitgebers Rosendale, einem Waffenfanatiker. Molly bewirbt sich als Putzfrau auf dem Anwesen der Rosendales in Upstate New York, um das Verbrechen, das sie selbst vollends aus der Bahn geworfen hat, aufzuklären. Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Erzählperspektiven nähert sich Takis Würgers neuer Roman dem Tag der Hinrichtung und dem Tag des Mordes, liest sich spannend wie ein Krimi und ist doch so viel mehr: Gesellschaftsroman, Sozialstudie, Liebesgeschichte und unbedingt lesenswert!

 

Martin Kordic, Jahre mit Martha

gebunden

»... das zarteste Buch, das ich seit einer Ewigkeit gelesen habe ...« Monika Helfer Zeljko, der von allen »Jimmy« genannt wird, ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Martha hat, was Zeljko sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung und Souveränität. Mit Martha besucht er zum ersten Mal ein Theater, sie spricht mit ihm, wie sonst niemand mit ihm spricht. Mit Marthas Liebe wächst Zeljkos Welt. Doch welche Welt ist es, die er da betritt und wen lässt er dafür zurück? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung?  Ein zärtlicher und mitreißender Roman über Machtverhältnisse und über die Frage nach dem Gleichgewicht der Welt. >Einwanderungsland Deutschland< zu sagen gäbe, all die Hierarchien, Schmerzen und Spuren, herrlich beiläufig und furchtlos zielgenau.« Lena Gorelik

zum Produkt € 24,00*

Diese ungewöhnliche Liebesgeschichte spielt Ende der neunziger Jahre in Westdeutschland. Zeljko Drazenko Kovacevic ist fünfzehn Jahre alt. Er lebt mit seinem Vater, den er die ganze Woche nicht sieht, weil dieser auf fernen Baustellen arbeitet, seiner Mutter, die sich auf verschiedene Putzstellen abarbeitet und beiden Geschwistern in einer kleinen Wohnung. Er verliebt sich in die Chefin seiner Mutter, eine Professorin in Heidelberg. Sie lehrt ihn, an sich selbst zu glauben und Wege zu beschreiten, die für ihn nicht vorgezeichnet scheinen. Sie unterstützt ihn jahrelang auch finanziell, so dass er in München studieren kann. Das ungleiche Paar reist sogar gemeinsam nach Herzegowina, als Zeljkos Großvater stirbt. Zeljko löst sich spät aus dieser Amour fou und beginnt endlich sein eigenes Leben zu leben. Inmitten seiner Familie, geht er nun seinen Träumen nach ... und trifft überraschend ein letztes Mal auf Martha. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Begehren und Ausbeutung.

 

Rebecca Gablé, Drachenbanner

gebunden

England 1238: Die junge Adela of Waringham und Bedric, Sohn einer leibeigenen Bauernfamilie, sind zusammen aufgewachsen. Während Adela als Hofdame zur Schwester des Königs geschickt und später mit einem Ritter verheiratet wird, schuftet Bedric auf den Feldern von Waringham - dem Elend der Leibeigenschaft und der Willkür von Adelas Bruder ausgeliefert. Als die Situation unerträglich wird, flieht er, nicht ahnend, dass Adela von ihm schwanger ist. In London begegnet Bedric Simon de Montfort, dem charismatischen Schwager des Königs. Als 1258 Seuchen und Missernten über das Land ziehen, bricht ein Krieg aus, der eine neue Zeit einläutet. Doch Bedric und Adela haben einander nie vergessen ...

zum Produkt € 29,90*

Ein neuer Band der Waringham-Saga! Adela, die Enkeltochter Yvains (des Helden aus "Teufelskrone"), liebt ihren Milchbruder Bedric, seit seine Mutter ihre Amme war. Doch von dieser Liebe zwischen einer Adeligen und einem Hörigen darf natürlich niemand wissen. Adela wird Hofdame von Eleanor, der Schwester von König Henry III. und Ehefrau von Simon de Montfort, und ist damit genau dort, wo Geschichte geschrieben wird: Der Hochadel unter Simon de Montforts Führung rebelliert gegen König Henry III. und verlangt Reformen, die einen Großteil der Macht des Königs auf ein Parlament der Barone (das heutige House of Commons) übertragen soll. Noch nie war eine Geschichtestunde (bzw. bei über 900 Seiten mehrere Geschichtsstunden) spannender, eindrücklicher und lebendiger! Lassen Sie sich also tief und intensiv ins 13. Jahrhundert hineinkatapultieren und lernen Sie nicht nur das Leben, die Ängste, Sorgen und Pflichten von Frauen wie Männern, von Leibeignen, Bauern und Handwerkern, Städtern und Adeligen, von Königstreuen und Rebellen kennen, sondern erfahren hautnah (und gefahrlos) vom aufregenden 13. Jahrhundert Englands! Fulminant!

 

Cay Rademacher, Die Passage nach Maskat

gebunden

Spätsommer 1929, der letzte Sommer der Goldenen Zwanziger. Niemand erkennt die Vorzeichen der Weltwirtschaftskrise. Noch bestimmen Luxus und Frivolität, Jazz und Kokain den Rhythmus des Lebens - auch auf dem Ozeanliner Champollion, der von Marseille aus Richtung Orient in See sticht: Port Said, der Suezkanal, Jemen, Oman ... Zu den illustren Passagieren gehören eine skandalumwitterte Nackttänzerin aus Berlin und ein mysteriöser römischer Anwalt, eine adelige englische Lady und ein nur scheinbar naiver amerikanischer Ingenieur, ein Schläger aus der Unterwelt - und Theodor Jung, traumatisierter Kriegsveteran und Fotoreporter der Berliner Illustrirten, der größten Zeitschrift Europas. Er soll eine Reportage über die Reise machen. Seine Frau Dora begleitet ihn. Sie entstammt der Hamburger Kaufmannsfamilie Rosterg, die ebenfalls nach Maskat reist, um mit den sagenhaften Gewürzen Arabiens zu handeln. Theodor hofft, dass die abenteuerliche Passage die Leidenschaft in ihrer Ehe neu entfacht. Doch Doras herrische Eltern und ihr gewalttätiger Bruder verachten ihn, und Bertold Lüttgen, der intrigante Prokurist der Firma, hat selbst ein Auge auf die Tochter seines Chefs geworfen. Als Dora nach wenigen Tagen auf der Champollion spurlos verschwindet, wird die Reise für Theodor zum Albtraum - denn nicht nur die Familie Rosterg, auch die anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder behaupten, Dora nie an Bord gesehen zu haben ...

zum Produkt € 22,00*

Große Leseempfehlung! Cay Rademacher erzählt so wunderbar und leidenschaftlich von einer "Passage nach Maskat", dass es nicht einfach nur eine höchstvergnügliche und spannende Whodunit-Detektivgeschichte ist, sondern so viel mehr: eine bunte, lebendige und packende Zeitreise, die uns mit ins Jahr 1929 und auf das Luxusdampfschiff Champillion auf seine Fahrt von Marseille über den Suez-Kanal und den Golf von Aden bis nach Maskat katapultiert. An Bord ist Theodor Jung, Fotoreporter der Berliner Illustrierten mit seiner Gattin Dora, die einer Hamburger Kaufmannsfamilie entstammt. Neben Doras scheußlichen Eltern, die in Maskat Gewürze einkaufen möchten, sind mit auf der Passage herrliche Charaktere wie die Nacktänzerin Anita Berber, ein Schläger aus der Berliner Unterwelt, ein charmanter römischer Anwalt und eine englische Adelige mit ihrer armenischen Gesellschaftsdame. Und als plötzlich Dora verschwindet, tun alle so, ob sie nie an Bord gewesen sei ...