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Von zwei parallelen Erkundungen erzählen Lessmanns Gedichte: der archäologischen Ausgrabung des mittelalterlichen Jüdischen Viertels in Köln und der Suche der Autorin nach der Bedeutung ihrer jüdischen Herkunft. Tastend, die Bedeutungs- und Zeitschichten der Sprache abklopfend, spürt sie der Resonanz nach, die historische Dokumente, archäologische Funde und abgebrochene Erzählungen in ihr hinterlassen. Von der Ballade bis zum Sprachspiel, von der Fundpoesie bis zum narrativen Langgedicht: Vielstimmig komponiert, spiegelt der Band die Vielfalt jüdischen Lebens durch die Jahrhunderte. In diese behutsame Annäherung prallt der 7. Oktober 2023 und zwingt die Autorin, eine neue Sprache für eine bisher unbekannte Identität zu finden.
Agnieszka Lessmann, aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, lebt als freie Schriftstellerin in Köln. Sie ist Autorin von acht Hörspielen und wurde für den Prix Europa und mehrfach für den Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert. Im Jahr 2020 erschien unter dem Titel 'Fluchtzustand' ihr erster Lyrikband. 2025 erschien im Gans Verlag Ihr Debütroman "Aga". Lessmanns Gedichte und Erzählungen wurden in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht, ihre Arbeit mit zahlreichen Stipendien gefördert, zuletzt im April 2025 mit einem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.