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Menschen im Krieg, 1917 in der neutralen Schweiz erschienen, ist kein heroischer Frontbericht, sondern eine Folge schonungsloser Erzählungen über zerstörte Körper, entstellte Seelen und die moralische Verwüstung des Ersten Weltkriegs. In konzentrierter, oft expressionistisch zugespitzter Prosa zeigt Latzko Soldaten, Offiziere, Verwundete und Zurückgebliebene als Opfer eines anonymen Gewaltapparats. Das Buch steht im Kontext der frühen pazifistischen Kriegsliteratur und widerspricht entschieden der zeitgenössischen Rhetorik von Ehre, Opfer und Vaterland. Andreas Latzko, 1876 in Budapest geboren und deutschsprachig schreibend, kannte den Krieg nicht aus zweiter Hand. Als Offizier der k.u.k. Armee erlebte er die Front, insbesondere die Kämpfe gegen Italien, und erlitt einen schweren nervlichen Zusammenbruch. Diese Erfahrung prägt die existenzielle Genauigkeit seiner Darstellung: Latzko schreibt nicht als distanzierter Beobachter, sondern als Zeuge einer Zivilisationskrise, deren Ursachen er in Militarismus, Gehorsam und nationalistischer Verblendung erkennt. Dieses Buch sei allen empfohlen, die Kriegsliteratur nicht als Abenteuer, sondern als Erkenntnisform lesen wollen. Menschen im Krieg ist historisch bedeutsam, literarisch eindringlich und ethisch hellsichtig; es bleibt eine beklemmend aktuelle Warnung vor der Entmenschlichung durch organisierte Gewalt.