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Vor dem Hintergrund aktueller Bemühungen um einen sinnvollen Begriff von Sprachkritik widmet sich die Arbeit einer detaillierten soziolinguistischen Aufarbeitung der Sprachkritik im 18. Jahrhundert. Dabei wird Sprachkritik als Ausprägung eines zeitspezifischen Sprachbewusstseins erkennbar. Zugleich wird deutlich, dass ein sich wandelndes Sprachbewusstsein zu sprachkritischen Konzeptionen führt, an denen sich die von Verbesserungsabsichten getragenen praktischen Einwirkungen auf Sprache orientieren. Hinsichtlich einer Theorie des Sprachwandels wird plausibel, dass sich nicht so sehr präskriptive Regeln ausgewirkt haben als vielmehr weiter gefasste sprachkritische Konzeptionen wie «Reichtum», «Reinigkeit» und «Glanz». Diese Untersuchung zur Sprachreflexion im 18. Jahrhundert kann dazu beitragen, das Verhältnis von Sprachwissenschaft und Sprachkritik neu zu bestimmen.
Die Autorin: Beate Leweling, geboren 1973, studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Bonn und Freiburg im Breisgau. Sie ist Mitbegründerin des Freiburger «Arbeitskreises Sprachkritik» und lebt als PR-Beraterin in Hamburg.
Aus dem Inhalt : Die Sprachsituation der frühen Aufklärung - Drei Repräsentanten frühaufklärerischer Sprachkritik: Leibniz, Thomasius, Wolff - 'Critische Sprachwissenschaft' im 18. Jahrhundert am Beispiel der 'Deutschen Gesellschaften' - Zur Praxis der 'critischen Sprachwissenschaft' anhand ausgewählter Beispiele - Sprachbewusstseinsgeschichte und Sprachwandel - Die Sprachreflexion im 18. Jahrhundert in ihrer Bedeutung für das heutige Verständnis von Sprachkritik - Über das Verhältnis von Sprachkritik und Sprachwissenschaft.