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Wie erklärten Katholikinnen und Katholiken, Laien wie Geistliche in der Nachkriegszeit ihr Verhalten während des Dritten Reiches? Welche Rolle spielten dabei Geistliche, besonders Priester? Was schrieb der Rottenburger Bischof Sproll in Entlastungszeugnissen? Welche Argumente verwendeten katholische Autorinnen und Autoren und welche Auswirkungen hatten diese Argumente für das Bild des Katholischseins?
In der amerikanischen Besatzungszone wurden alle Deutschen im Rahmen der Entnazifizierung aufgefordert, über ihr Verhalten Rechenschaft abzulegen. Dazu verfassten sie Entlastungszeugnisse. Katholikinnen und Katholiken argumentierten mit der Zugehörigkeit und ihrer Treue zur katholischen Kirche.
Die Studie anhand wertet erstmals systematisch die Aussagen von Katholikinnen und Katholiken aus dem in Württemberg gelegenen Gebiet der Diözese Rottenburg aus und erklärt, warum sich diese in den Entnazifizierungsverfahren strafmildernd auswirkten.
Christiane Pohl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am katholischen Institut für berufsorientierte Religionspädagogik (KIBOR) an der Universität Tübingen und Studienrätin für katholische Religionslehre und Französisch. Sie wurde mit der vorliegenden Studie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen promoviert.