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In der Zeit des Nationalsozialismus waren ganze Generationen von Intellektuellen ins Exil oder in den Tod getrieben worden. Die «Kultur des Vergessens» führte diese Zerstörung bis weit nach 1945 fort. Diese Studie knüpft an die «Kultur des Erinnerns» an, um den Blick in die Archive menschlicher Erfahrungen zu erweitern und Aspekte der vertriebenen Kulturen dem kulturellen Gedächtnis wieder zugänglich zu machen. Dies geschieht in drei geschlechterhistorisch-kulturwissenschaftlich orientierten Kontexten: einem Vergleich von aus Österreich vertriebenen und während der Zeit von 1938 bis 1945 verbliebenen intellektuellen Frauen und Männern, einer Untersuchung über die zweite Generation der als Kinder und Jugendliche vertriebenen Intellektuellen sowie der in die Gegenwart führenden Frage, in welchen Traditionen von Geschlechter- und Denkverhältnissen sich Vertreterinnen der Post-Holocaust-Generationen heute wiederfinden und wie diese mit der Vergangenheit umgehen.
Die Autorin: Doris Ingrisch studierte Geschichte, Germanistik und Soziologie an der Universität Wien. Sie ist Lehrbeauftragte an den Universitäten Wien, Salzburg und Klagenfurt sowie freiberufliche Wissenschaftlerin. Ihre Forschungsprojekte und Publikationen umfassen die Bereiche Wissenschaftsgeschichte, Cultural Studies, Exil- und Emigrationsforschung österreichischer Intellektueller sowie Gender Studies.
Aus dem Inhalt: Intellektuelle Geschichte aus Lebensgeschichten - Vertriebene und Verbliebene: Selbstpräsentationen intellektueller Frauen und Männer. Eine Komparation - Vertriebene «Kinder»: Über die Generation der als Kinder und Jugendliche vertriebenen Intellektuellen - Intellektuelle Wege der Remigration - Vertrieben? Verblieben? Spurensuche in den intellektuellen Biographien der Post-Holocaust-Generationen.