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Martin Heideggers Auseinandersetzung mit den vorsokratischen Denkern ist nicht nur zentral in seinem Werk, sondern grundlegend für die Mediengeschichte - vom griechischen Alphabet bis zur digitalen Plattform-Oralität. Wie sich an ihr systematisch nachvollziehen lässt, vereint die westliche Philosophie der Glaube an den Logos, der zugleich ihre Logik begründet: der Glaube an die Sprache als einheitlichen Ursprung von gesprochenem und geschriebenem Wort. Diese vermeintliche Harmonie beruht jedoch auf einer Täuschung, die durch die Praxis des lauten Vorlesens entsteht: Stimme und Schriftbild scheinen im Moment des Vortrags zu verschmelzen. Florian Arnold zeichnet nach, wie mit dem Aufkommen der stillen Lektüre in der Antike ein Wandlungsprozess begann, der den philosophischen Sprachglauben zunehmend in Zweifel zieht. Was früher als Ganzes erlebt wurde, zerfällt heute endgültig in eine Trennung zwischen Ohren- und Augenlese. Heideggers Denken bewegt sich bewusst zwischen Laut und Schrift und leitet damit bereits den Abschied vom sprachlichen Ursprung aller Logik ein. Neben den multimedialen Sinnpraktiken von heute gibt es nur mehr Nichts - als den anderen Anfang der Stille.
Florian Arnold , 1985 geboren, Studium der Philosophie und Germanistik in Heidelberg, ist Akademischer Mitarbeiter für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.