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'Menschliches, Allzumenschliches' markiert einen Wendepunkt in Nietzsches Denken: Er löst sich von romantischen und metaphysischen Ideen und wendet sich einer kritisch-rationalen Betrachtung des Menschen zu. Nietzsche untersucht die Herkunft von Moral, Religion, Kunst und gesellschaftlichen Normen - und zeigt, dass viele dieser Vorstellungen nicht 'höherer Wahrheit' entspringen, sondern menschlichen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Machtverhältnissen. Insgesamt plädiert Nietzsche für ein aufgeklärtes, freies Denken, das Illusionen hinterfragt und den Menschen als natürliches, 'allzumenschliches' Wesen begreift.
Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Röcken (Preußen) geboren. Er studierte klassische Philologie und wurde bereits mit 24 Jahren Professor an der Universität Basel. Sein frühes Werk, darunter 'Die Geburt der Tragödie', war noch stark von Kunst, Musik und insbesondere von Richard Wagner beeinflusst. Später distanzierte er sich jedoch von Wagner und entwickelte eine eigenständige, oft radikale Philosophie. Aufgrund gesundheitlicher Probleme gab Nietzsche 1879 seine Professur auf und lebte fortan als freier Schriftsteller an verschiedenen Orten in Europa. In dieser Zeit entstanden zentrale Werke wie 'Also sprach Zarathustra' und 'Jenseits von Gut und Böse'. 1889 erlitt Nietzsche in Turin einen geistigen Zusammenbruch, von dem er sich nie mehr erholte. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er pflegebedürftig, betreut von seiner Familie. Er starb am 25. August 1900 in Weimar. Nietzsche gilt heute als einer der einflussreichsten Philosophen der Moderne. Seine Kritik an Moral, Religion und Wahrheit sowie Konzepte wie der 'Übermensch' und der 'Wille zur Macht' prägten die Philosophie, Literatur und Psychologie nachhaltig.