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Wie tarierte sich das Verhältnis von Universität, Politik und Staat im Zeichen der Französischen Revolution neu aus? Dieser Frage geht der Band am Beispiel Halles nach. Zwischen Spätaufklärung, Geheimbund, Zensur und Repression treten bisher übersehene Akteure in den Blick: Freigeister, randständige Gelehrte und aufmüpfige Studenten, deren Biographien und Schriften die Universität als Laboratorium gesellschaftlicher und intellektueller Umbrüche sichtbar machen. Die Beiträge fragen nach Handlungsspielräumen und Grenzen akademischer Freiheit, nach den medialen Strategien religions- und herrschaftskritischen Denkens sowie nach den lokalen Konstellationen, in denen sich europäische Krisen- und Revolutionsdynamiken brechen. So entsteht ein Panorama der Hallenser Spätaufklärung, in dem sich Konflikte um Wissen, Autorität und öffentliche Meinung exemplarisch bündeln.
Elisabeth Décultot ist Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Halle, Sprecherin des Graduiertenkollegs 'Politik der Aufklärung' und Direktorin des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der europäischen Aufklärung (IZEA) dieser Universität. Martin Mulsow ist emeritierter Professor für Wissenskulturen der Europäischen Neuzeit an der Universität Erfurt und war bis 2026 Direktor des Forschungszentrums Gotha. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur deutschen Aufklärung, u. a. Radikale Frühaufklärung in Deutschland (2018) und Aufklärungs-Dinge (2024). Dirk Sangmeister arbeitet als Germanist an der Universität Jena.