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Die ambivalente Geschichte jüdischen Lebens in Berlin und dessen Platz in der heutigen Erinnerungskultur
Das jüdische Berlin hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Seit dem Mittelalter gab es antijüdische Pogrome, mörderische Verfolgung und erzwungene Emigration. In Berlin erkämpften Jüdinnen und Juden aber auch ihre Emanzipation. Sie beanspruchten einen wichtigen Platz in der Geschichte des Berliner Geisteslebens und in der Wirtschaft der boomenden Industriemetropole. Im Kaiserreich entwickelte sich die deutsche Hauptstadt zum Zentrum des jüdischen Lebens in Deutschland, das in der Weimarer Republik seine Blüte erfuhr, bevor es in der NS-Diktatur systematisch zerstört wurde. Doch auch im geteilten und im wiedervereinigten Berlin gab es wieder ein jüdisches Leben in Berlin, das heute vor neuen Herausforderungen steht. Der Band versammelt Beiträge von Expertinnen und Experten zur Geschichte jüdischen Lebens in Berlin. Er thematisiert die ambivalente Geschichte des Berliner Judentums und dessen Platz in der heutigen Erinnerungskultur.
Hanno Hochmuth, geb. 1977, ist Historiker am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und lehrt Public History an der Freien Universität Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Public Historians. Zeithistorische Interventionen nach 1945 (2021, hg. mit Frank Bösch, Stefanie Eisenhuth und Irmgard Zündorf); Weimars Wirkung. Das Nachleben der ersten deutschen Republik (2020, hg. mit Martin Sabrow und Tilmann Siebeneichner); Stadtgeschichte als Zeitgeschichte. Berlin im 20. Jahrhundert (2019, hg. mit Paul Nolte); Kiezgeschichte. Friedrichshain und Kreuzberg im geteilten Berlin (2017).