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Die Autorin untersucht den Wandel der Erinnerung an die Shoah in der ungarischen Literatur. Die Analyse stützt sich auf die strukturanalytische Hermeneutik Paul Ric-urs und setzt sich kritisch mit dem strukturalistischen Ansatz Hayden Whites auseinander. Sie verfolgt die ungarische und deutsche Rezeptionsgeschichte von Imre Kertész- 1975 erschienenen «Roman eines Schicksallosen», beleuchtet Kertész- eigentümliche Position im sich wandelnden deutschen Erinnerungsdiskurs und nimmt auch die (zweimalige deutsche) Übersetzung (1990 und 1996) in den Blick. Sie erweitert den Fokus, indem sie den generationellen Gedächtniswandel am Beispiel von László Márton und seinem 1999 veröffentlichten Roman «Die schattige Hauptstraße» veranschaulicht.
Heike Flemming studierte in Leipzig und Wien Philosophie und promovierte über ungarische Literatur. Sie arbeitet als freischaffende Übersetzerin ungarischer Literatur in Berlin.
Unterscheidung von Historiographie und Literatur - das Grenzereignis Auschwitz und die Grenzen der Repräsentation - Aufarbeitung der Shoah in Ungarn - Transformation des Erinnerungsdiskurses und der Literaturauffassung - Postmemory-Generation - Übersetzungsvergleich «Roman eines Schicksallosen»