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In "Kino und Erdkunde" untersucht Hermann Häfker die potenzielle Rolle der Kinematographie als Werkzeug zur Förderung der Erdkunde. Häfker argumentiert, dass die Kinematographie, durch ihre Fähigkeit, Bewegungsbilder in nahezu lebensgroßer Darstellung zu zeigen, eine neue Dimension der Wirklichkeitswiedergabe bietet, die bisherige Darstellungsformen übertrifft. Er betont, dass die Kinematographie nicht nur die visuelle Darstellung von Landschaften und Naturphänomenen revolutioniert, sondern auch als Bildungsinstrument in Schulen und für die allgemeine Volksbildung dienen kann. Häfker hebt hervor, dass die Kinematographie, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, durch andere Medien wie das gesprochene Wort und ergänzende Geräusche unterstützt werden muss, um die fehlenden Sinneseindrücke zu kompensieren. Er diskutiert die technischen Herausforderungen und die Notwendigkeit, die Kinematographie als Teil eines umfassenderen Bildungskonzepts zu integrieren, das sowohl wissenschaftliche Genauigkeit als auch ästhetische Ansprüche erfüllt. Häfker sieht in der Kinematographie ein Mittel zur Überwindung der räumlichen und zeitlichen Grenzen, die der Erdkunde traditionell im Wege standen, und plädiert für eine kritische und bewusste Nutzung dieser Technologie, um die Bildung und das Verständnis der Welt zu fördern.
Hermann Wilhelm Häfker (3. Juni 1873 in Bremen - 27. Dezember 1939 im KZ Mauthausen) war ein bedeutender Filmtheoretiker sowie ein anerkannter Esperantist und Schriftsteller.
Häfker veröffentlichte wesentliche Beiträge zur Filmtheorie. Wie Sergej Eisenstein verstand er Film als Gesamtkunstwerk. Häfker gilt als wichtigster Vertreter der Filmreformbewegung in Deutschland. Er erkannte früh das kulturelle Potenzial des Kinos, aber auch die Gefahren des "Low Taste", der sich aus der kommerziellen Filmproduktion ergibt. Seine Arbeit kann als Teil der vom Deutschen Werkbund und Dürerbund initiierten ästhetischen Bewegung angesehen werden.
Während seiner Dresdner Jahre war er eng mit Ferdinand Avenarius und seinem Dürerbund verbunden. Er schrieb populäre Bücher über Geschichte, Sexualerziehung und Wissenschaft. Sein wohl erfolgreichstes Buch, Das Sternbilder-Buch, trug dazu bei, die Jugend für Sterne und Astronomie zu sensibilisieren. Häfker hat es in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesigner Kurt Fiedler für den Dürerbund entworfen. Häfkers "Weltgeschichte in einem Band" wurde von den Nazis verboten.
Wegen seines Widerstands gegen die nationalsozialistische Kulturpolitik verhängten sie über Häfker ein Berufsverbot. Er floh 1936 nach Prag, wurde nach dem deutschen Einmarsch ins KZ Dachau gebracht und im KZ Mauthausen ermordet.