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Ein geheimnisvoller Fremder betritt die Bühne des kleinen österreichischen Dorfes, in dem die Geschichte von 'Die Tochter Fortunats' spielt. Jakob Julius David entführt uns in eine Welt, die von sozialen Spannungen und persönlichen Konflikten geprägt ist. In dieser Erzählung, die um die Jahrhundertwende angesiedelt ist, entfaltet sich ein Drama, das die Leser in seinen Bann zieht. Die Handlung dreht sich um die junge und schöne Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, deren Leben durch die Ankunft eines charismatischen Außenseiters auf den Kopf gestellt wird. Die dörfliche Gemeinschaft, in der Tradition und Moderne aufeinanderprallen, wird zum Schauplatz von Intrigen und unerwarteten Wendungen. Die Themen der sozialen Hierarchie und der individuellen Freiheit durchziehen die Erzählung und bieten einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche. Die Charaktere sind vielschichtig und ihre Beziehungen zueinander komplex, was die Leser dazu einlädt, über die Natur von Liebe, Ehre und Verrat nachzudenken. Die dichte Atmosphäre des Dorflebens und die präzise Darstellung der gesellschaftlichen Normen jener Zeit verleihen der Geschichte eine besondere Authentizität. Durch die meisterhafte Schilderung der inneren und äußeren Konflikte der Protagonisten eröffnet uns Jakob Julius David eine neue Perspektive auf die Herausforderungen und Möglichkeiten des Lebens in einer sich wandelnden Welt. Die Leser werden dazu angeregt, über die Bedeutung von Identität und Zugehörigkeit nachzudenken und die zeitlosen Fragen nach dem Streben nach Glück und Erfüllung zu erkunden.
Jakob Julius David wurde als Sohn eines wohlhabenden jüdischen deutschsprachigen Pächters in Mähren geboren. Die Familie übersiedelte bald nach Fulnek, wo der Vater starb. David wuchs in Söhle auf und besuchte die Gymnasien in Kremsier und Troppau. Hier erkrankte er 1873 schwer an Typhus, wodurch er in seinem Sehvermögen stark eingeschränkt wurde. Außerdem war er seither schwerhörig. Dennoch begann er 1877 in Wien mit dem Studium der Germanistik und Geschichte und nahm lebhaften Anteil am studentischen Leben der Hauptstadt.
Da ihm aufgrund seiner Behinderung der Lehrberuf verwehrt war, arbeitete er zunächst als Hauslehrer und dann als Journalist. Jakob Julius David war als Redakteur und Journalist tätig, u. a. für die Wiener Mode, die Zeit, die Montagsrevue, die Wiener Allgemeine Zeitung, das Neue Wiener Journal und die Wiener Zeitung. Daneben war er freier Schriftsteller.
Im Jahr 1889 erfolgte seine Promotion zum Doktor der Philosophie. Er wechselte vom Judentum zum Katholizismus, was aber keine große Bedeutung hatte, da er weiterhin in regem Kontakt zu jüdischen Persönlichkeiten stand und für jüdische Publikationen, wie die Österreichische Wochenschrift, philosemitische Artikel verfasste. 1891 heiratete David Juliane Ostruska, der Ehe entstammte eine Tochter. 1899 machte er eine ausgedehnte Italienreise. Jakob Julius David schloss sich der Freimaurerloge Zukunft an, für deren Zeitschrift Zirkel er Beiträge verfasste. 1905 erkrankte er an Bronchialkrebs und starb 1906 im Alter von 47 Jahren in Wien und ist auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 52) in einem Ehrengrab beerdigt.