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Mit dem Leitspruch "Sozialisierung des Geistes, Demokratisierung des Wissens" wurde 1919 in der zweisprachigen tschechoslowakischen Stadt Brno/Brünn die Deutsche Volkshochschule ins Leben gerufen, die größte deutschsprachige Erwachsenenbildungsanstalt des Landes. Vertreten durch ihren Spiritus Rector, Gregor-Mendel-Forscher und Sozialdemokrat Hugo Iltis (1882-1952), agierte die Brünner Volkshochschule in deutsch- und tschechischsprachigen, tschechoslowakischen und zentraleuropäischen, politischen und intellektuellen Netzwerken, deren Analyse die Vielgestaltigkeit linksdemokratischer Kultur- und Bildungsarbeit im posthabsburgischen Raum freilegt. Eine "Sozialisierung des Geistes" vergleichbarer Art wurde auch vom Bund der proletarischen Freidenker in der Tschechoslowakei angestrebt, dessen Positionierungen und Netzwerke im Buch als Pendant zur Deutschen Volkshochschule analysiert werden.
Dr. Jan Budnák unterrichtet germanistische Literaturwissenschaft an der Masaryk-Universität Brno/Brünn (Tschechien).
1. Einleitung (Tschechoslowakei, linke Landschaften) 2. Methode (Feldtheorie, Akteur-Netzwerktheorie als Konkretisierung von Interkulturalität) 3. Deutsche proletarische Freidenker in der Tschechoslowakei (Theodor Hartwig) 4. Zeitschrift Die Provinz, Karlsbad (Ernst Sommer, Bruno Adler) 5. Masaryk-Volkshochschule Brünn (Hugo Iltis, J. L. Stern) 6. Hugo Sonnenschein als unorthodoxer zentraleuropäischer Linker 7. Graphia-Verlag Karlsbad (Exilierte und Einheimische in der Sozialdemokratie) 8. Das Echo von links (kommunistische Propaganda in der Provinz) 9. Arbeiter-Illustrierte Zeitung (F. C. Weiskopf, Trajektorie der Zeitschrift)