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Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Realität und Mythos verschwimmen? In "Des Epimenides" von Johann Wolfgang Goethe wird der Leser in eine Welt entführt, in der die antike Mythologie auf die Aufklärung trifft. Die Handlung spielt in einer Zeit, in der das Streben nach Wissen und Vernunft die Gesellschaft prägt, und doch bleibt die Faszination für das Mystische und Unerklärliche ungebrochen. Goethe, ein Meister der literarischen Kunst, verwebt in diesem Werk historische und philosophische Elemente, um die ewigen Fragen der menschlichen Existenz zu erkunden. Die Geschichte dreht sich um Epimenides, eine Figur aus der griechischen Mythologie, die für ihre prophetischen Fähigkeiten bekannt ist. Durch seine Augen erleben wir eine Reise, die sowohl introspektiv als auch episch ist. Die Themen der Identität, des Glaubens und der Suche nach Wahrheit ziehen sich wie ein roter Faden durch das Werk. Goethes Erzählkunst ermöglicht es dem Leser, die Komplexität der menschlichen Natur und die Herausforderungen der modernen Welt besser zu verstehen. Indem er die Grenzen zwischen dem Rationalen und dem Mystischen auslotet, bietet dieses Buch eine tiefere Einsicht in die menschliche Psyche und die ewige Suche nach Sinn.
Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; - 22. März 1832 in Weimar, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach), war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.
Goethe stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie; sein Großvater mütterlicherseits war als Stadtschultheiß höchster Justizbeamter der Stadt Frankfurt, sein Vater Doktor der Rechte und Kaiserlicher Rat. Er und seine Schwester Cornelia erfuhren eine aufwendige Ausbildung durch Hauslehrer. Dem Wunsch seines Vaters folgend, studierte Goethe in Leipzig und Straßburg Rechtswissenschaft und war danach als Advokat in Wetzlar und Frankfurt tätig. Gleichzeitig folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst. Die ersten Anerkennungen in der Welt der Literatur erzielte er 1773 mit dem Drama Götz von Berlichingen, das ihm nationalen Erfolg eintrug, und 1774 mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, dem er sogar europäischen Erfolg verdankte. Beide Werke sind der literarischen Strömung des Sturm und Drang (1765 bis 1785) zuzuordnen.
Als 26-Jähriger wurde er an den Hof von Weimar eingeladen, wo er sich schließlich für den Rest seines Lebens niederließ. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Weimarer Hoftheater. Die amtliche Tätigkeit mit der Vernachlässigung seiner schöpferischen Fähigkeiten löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog. Die Italienreise von September 1786 bis Mai 1788 empfand er wie eine "Wiedergeburt". Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790).