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"Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" ist ein Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe, das die Geschichte des fränkischen Ritters Götz von Berlichingen erzählt. Das Drama spielt im frühen 16. Jahrhundert und thematisiert die Konflikte zwischen den aufstrebenden Fürsten und den traditionellen Rittern des Heiligen Römischen Reiches. Götz, bekannt für seine eiserne Hand, steht für die Ideale der Freiheit und Unabhängigkeit, während er sich gegen die Intrigen der Fürsten und des Klerus wehrt. Im ersten Akt wird Götz als ein Mann von Ehre und Mut dargestellt, der sich gegen die Machenschaften des Bischofs von Bamberg und dessen Verbündeten, Adelbert von Weislingen, zur Wehr setzt. Weislingen, einst ein Freund von Götz, hat sich den Fürsten angeschlossen und wird von Götz gefangen genommen. Während seiner Gefangenschaft auf Götzens Burg Jagsthausen wird Weislingen von Götzens Schwester Maria angezogen und verspricht, sich von den Fürsten abzuwenden. Der zweite Akt zeigt die höfische Welt in Bamberg, wo der Bischof und seine Gefolgsleute über die Gefangennahme Weislingens diskutieren. Adelheid von Walldorf, eine faszinierende Witwe, spielt eine zentrale Rolle in den Intrigen am Hof. Weislingen, der von Adelheids Schönheit beeindruckt ist, gerät in einen inneren Konflikt zwischen seiner Liebe zu Maria und der Anziehungskraft des höfischen Lebens. Goethes Werk beleuchtet die Themen von Loyalität, Verrat und der Suche nach persönlicher Freiheit in einer Zeit des politischen Umbruchs. Es zeigt die Spannungen zwischen den alten ritterlichen Werten und den neuen Machtstrukturen, die durch die aufstrebenden Fürsten und den Einfluss der Kirche verkörpert werden.
Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; - 22. März 1832 in Weimar, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach), war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.
Goethe stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie; sein Großvater mütterlicherseits war als Stadtschultheiß höchster Justizbeamter der Stadt Frankfurt, sein Vater Doktor der Rechte und Kaiserlicher Rat. Er und seine Schwester Cornelia erfuhren eine aufwendige Ausbildung durch Hauslehrer. Dem Wunsch seines Vaters folgend, studierte Goethe in Leipzig und Straßburg Rechtswissenschaft und war danach als Advokat in Wetzlar und Frankfurt tätig. Gleichzeitig folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst. Die ersten Anerkennungen in der Welt der Literatur erzielte er 1773 mit dem Drama Götz von Berlichingen, das ihm nationalen Erfolg eintrug, und 1774 mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, dem er sogar europäischen Erfolg verdankte. Beide Werke sind der literarischen Strömung des Sturm und Drang (1765 bis 1785) zuzuordnen.
Als 26-Jähriger wurde er an den Hof von Weimar eingeladen, wo er sich schließlich für den Rest seines Lebens niederließ. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Weimarer Hoftheater. Die amtliche Tätigkeit mit der Vernachlässigung seiner schöpferischen Fähigkeiten löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog. Die Italienreise von September 1786 bis Mai 1788 empfand er wie eine "Wiedergeburt". Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790).