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Karl Philipp Moritz' ABC-Buch ist weit mehr als eine bloße Fibel zur Einübung von Buchstaben und Silben. In der Tradition der aufklärerischen Elementarpädagogik verbindet es sprachliche Anfangsunterweisung mit einer Ordnung der Wahrnehmung: Lesenlernen erscheint als Eintritt in eine vernünftig strukturierte Welt. Der knappe, klare Stil, die didaktische Progression und die Nähe zu Anschauung, Begriff und moralischer Bildung machen das Werk zu einem charakteristischen Dokument jener Epoche, in der Literatur, Erziehung und Erkenntnistheorie eng ineinandergreifen. Moritz, 1756 geboren, war Schriftsteller, Pädagoge, Psychologe und Ästhetiker; seine Erfahrungen als Lehrer, seine Beschäftigung mit kindlicher Entwicklung und seine eigene, schwierige Bildungsbiographie prägen dieses Buch erkennbar. Als Autor des Anton Reiser und Herausgeber psychologischer Schriften wusste er um die Macht früher Eindrücke, sprachlicher Formung und sozialer Erziehung. Das ABC-Buch lässt sich daher auch als praktische Konsequenz seines anthropologischen und pädagogischen Denkens lesen. Empfohlen sei dieses Buch allen, die die Kulturgeschichte des Lesens, die Pädagogik der Aufklärung oder Moritz' Werk in seiner ganzen Breite verstehen möchten. Es zeigt, wie elementarste Sprachvermittlung zugleich Weltdeutung sein kann, und eröffnet einen präzisen Blick auf die Anfänge moderner Bildungsvorstellungen.