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Seit sich die Ukraine dem russischen Überfall widersetzt und die israelische Armee nach dem Überfall der Hamas in den Gazastreifen einmarschierte, hat sich ein Stimmungsumschwung in Europa vollzogen. Seine Parole: Krieg ist nicht immer falsch. Zur Verteidigung ist er unausweichlich und muss dann beherzt geführt und unterstützt werden. Wie verhalten sich Psychoanalyse und Kritische Theorie zu jeglichen Formen menschlicher Aggression und kriegerischer Absichten? Bietet das psychoanalytische Konzept des Todestriebs heute noch tiefergehende Erklärungsansätze? Die Beiträger*innen fragen jenseits aktueller Kriegsschauplätze auch nach den Hintergründen alltäglicher Gewalt und Unterdrückung, die sich auch in Form des ökonomischen Wachstumszwangs und der asymmetrischen Produktion von Reichtum und Armut zeigen. Mit Beiträgen von Burkhard Brosig, Roman Dubasevych, Daniela Foohs, Robi Friedman, Natalie Gittner, Bernard Görlich, Sabrina Klein, Markus Kumpfmüller, Marie-Kristin Müller, Bernd Nitzschke, Henriette Rodemerk, Katharina Rothe, Johanna Maj Schmidt und Heinz Weiß
Todestrieb oder neue Entsublimierung? Einleitung Christoph Türcke, Steffen Elsner, Charlotte Höcker und Oliver Decker Krieg und Frieden - Regression oder Progression? Kritische Anmerkungen zu Sigmund Freuds Überlegungen zur »Kulturentwicklung« Bernd Nitzschke »Dynamit in den Taschen«. Krieg, Propaganda und Todestrieb bei Sigmund Freud und seinen Nachfolgern Heinz Weiß Zur Bedeutung von Schamabwehr und narzisstischer Kränkung für die Affinität zu Propaganda und Krieg. Kommentar zum Beitrag von Heinz Weiß Marie-Kristin Müller »Warum Krieg?« - Warum »Todestrieb«? Freuds Antwort im Briefwechsel mit Einstein und Botschaften der »mythologischen Trieblehre« Bernard Görlich Die »konstitutionelle Intoleranz« und das Schuldgefühl. Kommentar zum Beitrag von Bernard Görlich Markus Kumpfmüller Eine neue Sichtweise auf Joseph und seine Brüder. Geschwister als potenzielle Rettung vor elterlicher Destruktivität Robi Friedman Erkundung der Gefängnismatrix. Forschungsreflexionen zum Konfliktgeschehen in einer totalen Institution Henriette Rodemerk & Natalie Gittner Heldentum, Männlichkeit, Krieg. Die Geschichte einer traumatischen Wiederholung Roman Dubasevych Sublimierte und entsublimierte Sehnsüchte nach dem Heroischen. Kommentar zum Beitrag von Roman Dubasevych Johanna Maj Schmidt Transgenerationales Trauma und gesellschaftliche Gewalt. Klinische Szenen im soziopolitischen Kontext Katharina Rothe Psychotherapie zwischen Entwicklungsförderung und Unterdrückung - eine kritische Auseinandersetzung mit Marcuse und Saketopoulou. Kommentar zum Beitrag von Katharina Rothe Sabrina Klein Zerstörung des Körpers zur Rettung der Seele. Autoaggressive Prozesse im Jugendalter Burkhard Brosig Psychoanalytische Behandlung autoaggressiver Störungen als Denkmodell für gesellschaftliche Aggression? Kommentar zum Beitrag von Burkhard Brosig Daniela Foohs