Luca Hemmerich

Objektive Interessen

Zur Neukonzeption eines gesellschaftswissenschaftlichen Grundbegriffs. 23,0 cm / 15,0 cm / 1,7 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 294 Seiten
EAN 9783593523194
Veröffentlicht Oktober 2026
Verlag/Hersteller Campus Verlag GmbH

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Beschreibung

Der Begriff des Interesses ist ein Grundbegriff der Gesellschaftswissenschaften. Mit Interessen erklären wir, warum Menschen so handeln, wie sie es tun. Gesellschaften beurteilen wir danach, inwiefern sie den Interessen ihrer Mitglieder gerecht werden. Dabei wird jedoch selten hinterfragt, ob Interessen über subjektive Präferenzen hinausgehen.
Luca Hemmerich kritisiert subjektivistische Zugänge und entwickelt eine Konzeption objektiver Interessen in drei Dimensionen: Unsere menschliche Natur versieht uns mit bestimmten fundamentalen Interessen. Verschiedene soziale Positionen verleihen uns unterschiedliche strukturelle Interessen. Und kollektive Akteure besitzen eigene Interessen, die über Identifikationsprozesse in unsere individuellen Interessen eingehen können.
Im Rückgriff auf Martha Nussbaums Capabilities Approach sowie auf anthropologische und sozialtheoretische Debatten zeigt der Autor, dass eine objektivistische Interessenkonzeption sozialwissenschaftliche Erklärungen fundieren und eine überzeugende Form von Gesellschaftskritik begründen kann.
https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Portrait

Luca Hemmerich, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Politische Theorie und Philosophie des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
1. Einleitung
1.1 Problemaufriss: Objektive Interessen?
1.2 Formale Bestimmung des Interessenbegriffs
1.3 Vorgehensweise und Argumentationsgang der Arbeit
2. Zur Kritik subjektivistischer Interessenkonzeptionen
2.1 Einleitung
2.2 Reiner Subjektivismus: Interessen als subjektive Präferenzen
2.3 Instrumenteller Subjektivismus: Interessen als Mittel zur Realisierung subjektiver Präferenzen
2.4 Kontrafaktischer Subjektivismus: Interessen als idealisierte Präferenzen
2.5 Kritik der utilitaristischen Handlungstheorie
2.6 Zwischenspiel: Vom utilitaristischen Akteur zum wirklichen Menschen, oder: Die Tragik des homo oeconomicus
3. Interesse und menschliche Natur: Fundamentale Interessen
3.1 Warum Anthropologie?
3.2 Anthropologie: ein hoffnungsloses Unterfangen?
3.3 Martha Nussbaums früher Capabilities Approach als anthropologisch fundierte Konzeption fundamentaler Interessen
3.4 Kritik und Revision des Capabilities Approach
3.5 Fazit: Fundamentale Interessen
4. Interesse und soziale Struktur: Strukturelle Interessen
4.1 Das Problem struktureller Interessen
4.2 Der Begriff der sozialen Struktur
4.3 Soziale Strukturen und interessenbasierte Erklärungen
4.4 Eine Typologie struktureller Interessen
4.5 Dynamische Lernprozesse: Wie menschliche Akteur:innen ihre Interessen erkennen
4.6 Antwort auf Einwände
4.7 Fazit: Strukturelle Interessen
5. Interesse und kollektives Handeln: Kollektive Interessen
5.1 Das Problem kollektiver Interessen
5.2 Zur Sozialontologie von Kollektiven
5.3 Interessen kollektiver Akteure
5.4 Interessen von Kollektiven ohne Akteursstatus
5.5 Die normative Dimension kollektiver Interessen
5.6 Die explanative Dimension kollektiver Interessen
5.7 Fazit: Kollektive Interessen
6. Implikationen der objektivistischen Interessenkonzeption
6.1 Einleitung
6.2 Begrenzter Revisionismus
6.3 Die normative Funktion: Interessen und Gesellschaftskritik
6.4 Die explanative Funktion: Das Paradox der Beherrschung
6.5 Fazit: Implikationen der objektivistischen Interessenkonzeption
7. Fazit
Dank
Literatur