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Malaria fand um 1900 eine enorme Beachtung durch europäische Kolonialmächte und Mediziner, galt sie doch als Bedrohung für den "weißen Mann" und sein koloniales Projekt. Malaria kam damals aber auch in Teilen Deutschlands vor. Manuela Bauche zeichnet nach, wie die Behörden in drei Gebieten des Deutschen Kaiserreichs - in Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Ostfriesland - versuchten, gegen lokalen Widerstand Maßnahmen zur Malariabekämpfung durchzusetzen. Sie kann dabei zeigen, dass das medizinische Vorgehen sowohl in den Kolonien als auch in Deutschland mit dem Ausbau staatlicher Herrschaft, mit Rassismus und Trennung entlang von Klasse verbunden war.
Manuela Bauche war wiss. Mitarbeiterin an der Universität Leipzig; derzeit arbeitet sie am Museum für Naturkunde Berlin.
Inhalt
Einleitung 7
1. Malaria 42 1.1 Malaria als Politikum und Forschungsobjekt 43 1.2 Robert Kochs Prinzipien der Krankheitsbekämpfung 53 Orte "keimfrei" machen 54 Eine globale Versuchsanordnung 57 Jenseits von Robert Koch 62 1.3 Malaria in Kamerun und Deutsch-Ostafrika 66 Wissen über Gesundheitsverhältnisse in den Kolonien 66 Malaria als Bedrohung für Europäer revisited 75 Malariabekämpfung in Kamerun 81 Malariabekämpfung in Deutsch-Ostafrika 88 1.4 Malaria in Ostfriesland 99 Von Gleichgültigkeit zum wissenschaftlichen Interesse 99 Malariabekämpfung in Wilhelmshaven, 1901-1920 103 Malariabekämpfung in Emden, 1910-1966 110 1.5 Fazit: Kolonialismus und der Ausschluss widersprechenden Wissens 119
2. Bewegung 122 2.1 Reisen, Erkunden und Niederlassen 123 Von Berlin durch Preußen nach Wilhelmshaven 123 Von Wilhelmshaven nach Emden 133 Von Berlin nach Dar es Salaam 137 Zwischenfazit: Distanz überwinden, Distanz verstärken 142 2.2 Reisen und Stützpunkte 144 Malariauntersuchungsstationen als Vertretungen 144 Rundgänge 151 2.3 Jenseits von Malaria: Reisen in Kamerun 160 2.4 Fazit: Reisen als Mittel des Staatsaufbaus 166
3. Neuordnung 172 3.1 Medizinische "Aufklärungsarbeit" und das Belohnen kooperativen Handelns 173 "Belehrungen" 174 Lokales Wissen 180 Wissen und staatliche Institutionen 185 3.2 Verordnen und Verhandeln neuer Ordnungen 194 Douala: Verhandeln 195 Dar es Salaam: Verordnen 207 Ostfriesland: Integrieren und Verdrängen 211 Zwischenfazit: Die Intermediarität der Malaria-bekämpfungsprogramme 230 3.3 Gehilfen: Krankenschwestern und Pfleger 232 Rückgrat der Malariabekämpfungsprogramme 233 Kompetenzen und Grenzen, Technik und Geschlecht 237 Autorität und Rassismus 247 3.4 Fazit: Herausforderungen früher Staatlichkeit 251
4. "Modernität" und Exklusion 257 4.1 Die "moderne Stadt" und ihr Außen: Emden 258 Transvaal als "Krankheitsherd" 258 Transvaal als Außen der Stadt 266 Medizinische Praxis und die Konstruktion von Innen und Außen 270 4.2 Die "moderne Stadt" in der Kolonie: Douala 274 Douala segregieren 275 Das medizinische Argument 279 Eine "moderne Tropenstadt" bauen 283 Eine "moderne" städtische Gesellschaft: Zwischen "Rasse" und Klasse 294 Die "moderne Stadt" im "modernen Staat": Landrechte regeln 301 4.3 Menschen als "Parasitenträger" 310 "Ausländer" und "Eingeborene" 311 "Arbeiter" und arme Weiße 325 4.4 Fazit: Staatliche Herrschaft als exkludierendes Projekt 333
5. Fazit: Peripherien in der Metropole, Zentren in der Kolonie 337
Quellen und Literatur 353 Anhang 384 Abkürzungen, Archivsiglen, Zeichen 384 Landkarten 385 Dank 389