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Die Korrespondenz zwischen Alfred Sohn-Rethel und Max Horkheimer dokumentiert eindringlich die Geschichte des Werks Sohn-Rethels und dessen Ringen mit der inhaltlichen Kritik Horkheimers, der zu einem von der frühen Begeisterung Adornos diametral verschiedenen Urteil über die Arbeiten Sohn-Rethels kam. Als Schlüsseldokument für das Verständnis der Entwicklung des Materialismus der kritischen Theorie und eindrückliches Zeugnis der theoretischen Arbeit unter den Bedingungen von Flucht und Exil zeigt der Briefwechsel, dass nicht eine 'Feindseligkeit' Horkheimers gegenüber den Arbeiten Sohn-Rethels der Grund dafür war, dass dieser keinen Anschluss an das Institut für Sozialforschung finden konnte, wie vielfach trivialisierend spekuliert wurde, sondern die Verständigung zwischen Horkheimer und Sohn-Rethel blockiert war, weil es diesem in den verschiedenen Anläufen der Ausarbeitung seiner Thesen nicht gelang, das kritische Potential seiner Entdeckung der 'geheimen Identität von Warenform und Denkform' einzulösen.
Statt also Abschätzigkeit persönlicher oder theoretischer Art zu offenbaren, zeigen sich in der Korrespondenz zwischen Sohn-Rethel und Horkheimer - etwa mit Blick auf dessen Kritik an Sohn-Rethels scheinradikaler Treue zum marxistischen Begriff der Praxis - die nicht nur nachträglich zu Tage tretenden Ambivalenzen und Widersprüche im Denken Sohn-Rethels sowie die Differenz zwischen dem Marxismus Sohn-Rethels und dem Materialismus der kritischen Theorie.
Max Horkheimer wurde 1895 in Stuttgart geboren und starb 1973 in Nürnberg. Er war Philosoph, Soziologe sowie Mitbegründer und langjähriger Direktor des Instituts für Sozialforschung. Diese Position übernahm er 1930. Nach dem amerikanischen Exil kehrte er 1949 nach Frankfurt zurück und baute das Institut neu auf.