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Muhammad Asad, ein prominenter Muslim österreichisch-jüdischer Herkunft berichtet aus der Gründungsphase Saudi-Arabiens - zu einer Zeit, als das Land für Nicht-Muslime unzugänglich war.
Im Februar 1927 brechen der Journalist Leopold Weiss, die Künstlerin Elsa Schiemann und Elsas zehnjähriger Sohn Heinrich von Berlin nach Mekka auf. Was als Pilgerfahrt und Reportagereise begann, endete für die norddeutsche Malerin in der Heiligen Stadt des Islam mit dem Tod. Für den 26-jährigen Wiener wurde es nicht zuletzt durch diese Zäsur zur Reise in ein neues Leben; er sollte nicht mehr nach Europa zurückkehren und das Arabien, das Ibn Saud in jenen Jahren zu einem Königreich einte, zum Ort der Suche nach Identität und gesellschaftlicher Neuintegration machen. Aus Leopold Weiss, dem Enkelsohn eines Czernowitzer Rabbiners, wird Muhammad Asad, der 'Araber', als der er sich später in 'Der Weg nach Mekka' seiner Leserschaft ins Gedächtnis schrieb. Mit dem Band liegen Muhammad Asads Reiseberichte und Reportagen seiner 'arabischen Jahre' erstmals gesammelt vor. Ein mit Asads Fotografien reich illustrierter biografischer Teil stützt sich auf eine Vielzahl bislang unveröffentlichter Quellen und zeichnet ein dichtes Bild dieses prägenden Lebensabschnitts des weltoffenen islamischen Denkers.
'... ich dachte, es würde eine Reise sein, wie eine der früheren, als wir durch die fremden Länder zogen, um immer wieder zurückzukehren: aber die Tage verwandelten sich völlig, und mit ihnen das Herz.' (Muhammad Asad, Neue Zürcher Zeitung, 15. Mai 1932)
Muhammad Asad (1900-1992), geboren als Leopold Weiss im habsburgischen Lemberg (heute Lwiw, Ukraine), frequentiert Ende der 1910er und Anfang der 1920er Jahre die literarischen und künstlerischen Zirkel von Wien und Berlin, bevor er als Nahost-Korrespondent der 'Frankfurter Zeitung' für sich den Islam entdeckt. Nach seiner ersten Pilgerfahrt nach Mekka und einem fünfjährigen Aufenthalt auf dem Gebiet des heutigen Saudi-Arabiens engagiert er sich in Britisch-Indien für die Gründung Pakistans, das er 1952 bei der UNO in New York als Gesandter vertritt. Durch Veröffentlichungen wie seinem autobiografischen Weltbestseller 'The Road to Mecca' (1954) und 'The Message of the Qur'-an' (1980), einer kommentierten Übersetzung des Koran ins Englische, wurde Muhammad Asad zu einem bedeutenden kulturellen Mittler und einem der berühmtesten europäischen Muslime des 20. Jahrhunderts.