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Mit diesem Band liegt Descartes' umfangreicher Briefwechsel mit seinem langjährigen Freund Constantijn Huygens (1596-1687), dem Dichter, Musiker und vielseitig wissenschaftlich interessierten Diplomaten im Dienst des Hauses Oranien-Nassau, erstmals auf Deutsch vor. Dieser Band in der Reihe der kongenialen Neuübersetzungen des Descartes'schen Werks durch Christian Wohlers enthält Briefe von und an René Descartes aus der Zeit von 1631 bis 1649, also über fast die gesamte Zeit seines Aufenthalts in den Niederlanden bis kurz vor seinem Tod 1650 in Stockholm. Den größten Anteil daran macht der erhaltene Teil des Briefwechsels mit Huygens aus. Constantijn Huygens gilt als einer der bedeutendsten Dichter der Niederlande im 17. Jahrhundert, aber er spielte auch mehrere Instrumente, komponierte hunderte von Stücken und war vielseitig wissenschaftlich interessiert, vor allem hinsichtlich der Optik. Der Briefwechsel dokumentiert u. a. seine vielfältigen Anregungen und Hilfestellungen in Bezug auf die ja auch von Descartes mit Nachdruck betriebenen Versuche einer Weiterentwicklung des Teleskops. Hinzugenommen wurden weitere Korrespondenzen Descartes', u. a. mit David le Leu de Wilhelm, dem Mathematiker und Orientalisten Jacob Golius, einzelne Stücke aus Descartes' Korrespondenz mit Alphonse Pollot und Briefe Descartes' an seinen langjährigen Freund Anton Studler van Surck.
René Descartes wird 1596 in der Touraine als Sohn eines Parlamentsrates geboren. Der Achtzehnjährige tritt 1604 ins jesuitische Collège Royal ein und erhält dort eine umfassende Ausbildung in Latein, Geschichte, Rhetorik, Philosophie, Physik und Mathematik. Von 1616 an reist Descartes im Dienste unterschiedlicher Feldherren quer durch Europa und nimmt an den ersten Feldzügen des Dreißigjährigen Krieges teil. Dabei ist er ständig mit naturwissenschaftlichen wie auch mit philosophischen Fragestellungen beschäftigt und nutzt die Gelegenheit, sich europaweit mit führenden Gelehrten auszutauschen. Die Emigration in die Niederlande 1628 ist auf die Auseinandersetzung mit Theologen Frankreichs zurückzuführen. Dort erscheint 1637 anonym der 'Discours de la méthode'. Die 'Meditationes de prima philosophia' (1641) entwickeln dann die im 'Discours' nur angedeutete grundlegende Wissenschaft der Metaphysik, während die 'Principia Philosophiae' die Zäsur setzen, die Descartes' Rang als Begründer der Philosophie der Neuzeit geltend machen. 1649 folgt Descartes einer Einladung seiner Briefpartnerin, der Königin Christina von Schweden, sie in der Philosophie zu unterrichten. Kaum angekommen, erliegt er jedoch dem rauhen Klima und stirbt 1650 an einer Lungenentzündung.