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Zahlreiche Renaissance-Texte sind von der Sprechhandlung des Fiktionalisierens dadurch geprägt, daß sie Spuren ihrer Künstlichkeit aufweisen. Die vorliegende Arbeit unternimmt es, Funktionen dieser Erscheinung im frühneuzeitlichen England zu ermitteln. Den Akten des Fiktionalisierens und theatralischen Repräsentierens erwächst ihre modellierende und demystifizierende Kraft gerade auch dadurch, daß sie den am Kommunikationsprozeß Beteiligten bewußt bleiben, indem sie als solche ausgestellt werden. Im Kontext der Autoritätskrise der Renaissance-Gesellschaft kann diese Signifikationsweise einerseits der Selbstautorisation frühneuzeitlicher Individuen dienen und andererseits die Möglichkeit eröffnen, Machtdiskurse zu unterminieren. Aktuelle Diskussionen wie die subversion/containment-Debatte bzw. das Verhältnis von Signifikationsweise und Ideologie werden aufgegriffen und weitergeführt.
Der Autor: Thomas Sorge wurde 1950 in Neustadt (Thüringen) geboren. Er studierte Anglistik/Amerikanistik und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet dort als wissenschaftlicher Oberassistent im Institut für Anglistik und Amerikanistik.
Aus dem Inhalt: Theoretisches Umfeld: Neuhistorismus cultural materialism, nachhegelianischer Humanismus - Morus' Utopia als Modell fiktionaler Kommunikation - Ausgestellte dramatische Fiktion und ausstellender theatralischer Diskurs - Geschichtsschreibung und Fiktionalität bei Bacon und Morus.