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Was für eine Geschichte von Sehnsucht und Schmerz, von Melancholie und Glück, von Erwartung und Schicksal!
Wie aus dem Nichts fällt das Mädchen in Oles Leben. Bis eben hatte es sich noch versteckt. Da ist sie, Miki, siebzehn, die nicht zur Schule geht und schwer mit sich hadert. Es ist Frühjahr in Berlin, hell und kalt. Da ist die Gespenstervilla, das altehrwürdige Kolleg, ein Flecken Strand am Wannsee, eine Küche mit einem großen quadratischen Fenster. Über dem Eingang der Villa schweben zwei in Eisen gegossene Engel über dem Motto 'per aspera ad astra'. Diese Engel sind wir, sagt Dolly. Wir beschützen euch. Wir, das sind Dolly selbst, Oles Ehefrau, und Haruko, Mikis Mutter. Sie beobachten die plötzliche, passionierte Freundschaft zwischen dem Mann ohne Kind und dem Kind, das einen Vater zutiefst vermisst. Miki ist wieder in Tokio, und Ole schreibt seine Geschichte auf. Und dann kommt die Einladung. Die erste Reise nach Japan und die zweite. Unter dem Klischee des blühenden Kirschbaums entdeckt Ole eine fast schon geheime Gesellschaft von Genies und Sonderlingen. Miki und Ole streifen durch das älteste Viertel Tokios, Ginza, beobachten Leute, besuchen Restaurants und freuen sich darüber, dass eine Schuhverkäuferin Ole für Mikis Vater hält. Aber das ist nicht die Zukunft. Gibt es eine Zukunft?
Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, studierte zunächst Fotografie in Dortmund, später Literatur und Psychologie in Berlin. In seinen literarischen Büchern treffen sich das Beobachtete und das Empfundene. Im ersten Roman, 'Hamburger Hochbahn', wurde das Metier der Architektur ausgeleuchtet, in 'Nichts Weißes' die Typographie, in 'Und jetzt du, Orlando!' das Kino. 'Nichts Weißes' stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 'Es gibt kein Zurück' (2025) fragt mit seiner Hauptfigur, einem bekannten Radioessayisten, der am Ende seines Berufsweg steht, nach den gesellschaftlichen Wandlungen, die er durchlebt hat. Für seine ersten beiden Bücher bei Wallstein bekam er den Hebbelpreis. Neben der Literatur schreibt Ziegler Essays, Kunstkritik und gelegentlich Nachrufe für die taz, den Deutschlandfunk und Monopol. 'Mann ohne Kind' ist sein sechster Roman.