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Natur wird durch die kalkulierte wirtschaftliche Ausbeutung und den beliebigen Raub von Ressourcen zu einem Objekt doppelter ökonomischer Aneignung. Diese ökonomische Praxis des Raubs geht historisch auf die Ausbeutung durch Tribut in den orientalischen Despotien zurück. Sie konstituiert die Natur als frei verfügbare Objektwelt. Die Formen der Naturaneignung befinden sich jedoch im Umbruch: Im Rahmen des Industriekapitalismus wird der Raub an Natur zwar bedrohlich fortgeführt, aber Ökosysteme und das weibliche Geschlecht, die vormals durch den ökonomischen Mechanismus von Kapitalverwertung als »Natur« konstituiert wurden, erhalten zunehmend Subjektstatus und gesellschaftliche Rechte. In diesem Rahmen zeigt Ulrich Eisel, wie die Struktur tributärer Ausbeutung durch physikalische Theorien gespiegelt wird.
Ulrich Eisel (Dr. rer. nat.), geb. 1941, lehrte Sozialwissenschaftliche Humanökologie (später umbenannt in Kulturgeschichte der Natur) am ehemaligen Fachbereich 14 Landschaftsentwicklung der Technischen Universität Berlin (später Fakultät VI: Planen, Bauen, Umwelt).