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Die chinesische Schrift stellt jeden, der zu einem tieferen Verständnis älterer chinesischer Sprachkunstwerke gelangen will, vor ein fundamentales Problem: als Begriffsschrift, die sie im wesentlichen ist, verhüllt sie mit den alten Lautungen auch die beabsichtigten akustischen Wirkungen in geformter Sprache.
Die vorliegende Untersuchung versucht, durch die Anwendung der Rekonstruktionen der mittelchinesischen Lautungen nach B. Karlgren und des 8-Ton-Systems nach U. Unger die von der Schrift gesetzten Grenzen zu sprengen und am Beispiel der Gedichte des Luh Ki (26l-303) exemplarisch zu verdeutlichen, daß und in welcher Weise der Kunstwille von den in der Sprache liegenden Möglichkeiten - insbesondere der Tonalität - Gebrauch gemacht hat.
Der Autor: Volker Strätz wurde 1941 in Hannover geboren. Studium der Sinologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg und Münster. 1977 Promotion, 1987 Habilitation. Assistent am Ostasiatischen Seminar in Münster.
Aus dem Inhalt: Luh Ki, der Autor und sein Werk - Grundlagen und Methoden der Untersuchungen - Analyse der Gedichte - die aus der Tonalität ableitbaren Strukturen - akzentuierendes und mimetisches Verhältnis von Form und Inhalt.