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Eine andere Geschichte der modernen Kunst Für die moderne Kunst lässt sich kein größerer Gegensatz vorstellen als der von Akademie und Avantgarde: Auf der einen Seite die weltfremde Hochburg autoritärer Traditionalisten, auf der anderen das turbulente Milieu radikaler Erneuerer. Dabei war die Schnittmenge der beiden Gegenspieler größer, als es scheint: Mit ihrem Spannungsverhältnis wird die Geschichte der modernen Kunst in einer völlig neuen Perspektive sichtbar. Der Spannungsbogen setzt ein mit dem Maler Asmus Jakob Carstens, der 1792 seine Berliner Akademieprofessur aufkündigte, und endet mit Joseph Beuys, der 1972 fristlos entlassen wurde. Dazwischen liegen zwei Jahrhunderte, in denen Akademien und Avantgarden den Strukturwandel der Kunstöffentlichkeit prägten: Die Modernisierung der Kunst war ihre gemeinsame Leistung. Walter Grasskamp schildert die Entwicklung in Deutschland und Frankreich in einer Mischung aus orientierendem Überblick und anschaulichen Momentaufnahmen. Er geht dabei weder flächendeckend noch enzyklopädisch vor, sondern verfährt, auch im Interesse der Lesbarkeit, exemplarisch. Dabei werden die Mythen des Avantgardismus ebenso befragt wie die Klischees eines Antiakademismus, der bis heute fortgeschrieben wird.
Walter Grasskamp lehrte als Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste. Lieferbar bei C.H.Beck: "André Malraux und das imaginäre Museum. Die Weltkunst im Salon" sowie "Das Museum. Eine erfolgreiche Fehlkonstruktion".