Mexiko-Stadt, 1943: Auf der Flucht vor den Nazis hat die Schriftstellerin Anna Seghers mit ihrer Familie nach einer langen Odyssee Zuflucht in Mexiko gefunden. Inmitten der lebendigen Exilantenszene um Egon Erwin Kisch, Lenka Reinerová, Walter Janka und Steffie Spira versucht sie, als Schriftstellerin und Mutter in einer von Verlust, Hoffnungslosigkeit und Heimweh geprägten Welt zu bestehen. Der Streit mit ihrer Freundin Stella, ihr abwesender Ehemann, die kulturelle Entwurzelung - all das treibt sie an ihre Grenzen. Auf dem Weg zu ihren Kindern glaubt sie, ihre in Nazi-Deutschland zurückgebliebene Mutter auf der anderen Straßenseite zu sehen. Sie überquert die Avenida - ein Unfall - und alles ändert sich. Als sie aus dem Koma erwacht, hört sie die vertraute Stimme ihrer eigenen Romanfigur Marie aus Transit, die sie zurück ins Leben ruft. Ein berührender Roman über eine Frau im Exil, die allen Widrigkeiten zum Trotz die Kraft schöpft, Menschlichkeit und Hoffnung in einer dunklen Zeit zu bewahren.
Alexandra Harth studierte Germanistik und Journalistik in Frankfurt, Bamberg und Galway und volontierte bei der Deutschen Welle. Während eines Auslandseinsatzes als Lehrerin in Mexiko-Stadt wohnte sie in dem Viertel, in dem Anna Seghers, einst lebte. Motiviert von der mexikanischen Auswanderungsgeschichte ihrer eigenen Familie wurde sie zur Kennerin für Anna Seghers und ihr Exil-Werk. Zwischen 2020 und 2022 war sie Stipendiatin der Autorenschule Schreibhain in Berlin. Als ich in tobenden Zeiten schlief ist ihr Debütroman.
Die deutsche Wiedervereinigung jährte sich zuletzt zum 35. Mal. Bald wird die Wende älter sein, als die DDR je wurde. Und trotzdem gibt es diese imaginäre Grenze zwischen Ost und West, die sogar die nach der Wende geborene Generation spürt. Sie macht sich nicht nur in sozialen und kulturellen Unterschieden bemerkbar, sondern auch in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Jobchancen. Die Beschäftigung mit diesen anhaltenden Differenzen ist für junge Menschen mit Osthintergrund mit vielen Fragen verbunden: Welche Spuren haben die DDR und die deutsch-deutsche Teilung hinterlassen? Behindert eine ostdeutsche Identität den Wiedervereinigungsprozess oder ist sie eine legitime deutsche Teilidentität? Wie gehen wir mit dem Wahlverhalten in Ostdeutschland um? Sollen wir bleiben oder gehen? In Postwendekinder erheben diese jungen Menschen ihre Stimme und rechnen mit eindimensionalen Bildern wie dem des Jammerossis oder Neonazis ab. Gleichzeitig grenzen sie sich von "Ostalgie" und rassistischen Ideologien ab und eröffnen stattdessen vielfältige, differenzierte Sichtweisen auf den 'Osten'. 34 Autorinnen und Künstlerinnen nehmen die Lesenden in Form von persönlichen Erzählungen, Essays und visuellen Beiträgen auf eine vielschichtige Perspektivreise mit.
Die Herausgeberinnen:
Alma-Emilia Jahn ist 1999 in Erfurt geboren und aufgewachsen und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt. Sie studierte Soziale Arbeit in Darmstadt sowie Kultur, Ästhetik und Medien in Düsseldorf und ist als Künstlerin und Sozial- und Kulturpädagogin tätig. Im wissenschaftlichen Kontext beschäftigte sie sich mit dem kulturellen Erinnerungsgedächtnis von Menschen mit Ostbiografie.
Marlene Mähler ist 1999 in (Ost)Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte Anthropologie und Gender Studies (BA) in Berlin und Athen und absolviert derzeit ein Masterstudium der Bildungswissenschaften in Jena. In ihrer Arbeit als Bildungsreferentin verbindet sie wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Bildungsarbeit und gestaltet Workshops zu gesellschaftlicher Teilhabe rund um den Themenkomplex Ostdeutschland.
Angelique Pershon ist 1998 in Lübeck geboren und in Nord-West-Mecklenburg aufgewachsen. Sie hat Psychologie in Lübeck, San Marcos (USA) und Leuven (Belgien) studiert und praktische Erfahrungen ebendort sowie in Bukarest, Frankfurt am Main und Bad Kissingen gesammelt. Zuletzt hat sie sich in akademischen Forschungsprojekten mit Geteilten Führungsmodellen, Team Performance und Emotionsausdruck in natürlicher Sprachverarbeitung (NLP) beschäftigt. Sie steht kurz vor ihrem Masterabschluss und ist ehrenamtlich in einem Zukunfts-Think-Tank tätig.
Millay Hyatt begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse: Von Berlin zieht sie zu Fuß los in Richtung Osten, um den Linien zwischen Hauptstadt und Provinz, zwischen Fremden und Freunden, zwischen Geschichte und Gegenwart nachzuspüren. Ohne Smartphone, aber mit Fontane im Rucksack, lässt sie sich von Tür zu Tür weiterempfehlen - von linken Hausprojekten über Stadtflucht-WGs bis zu pensionierten Bürgermeisterinnen und Zigarettenverkäufern auf dem Polenmarkt. Sie steht vor verschlossenen Hofläden und den offenen Armen ihrer Gastgeber, die selten mehr als einen Tag im Voraus feststehen, jeder Tag eine Improvisation und ein Experiment. Sie läuft durch sonnendurchflutete Wälder, verirrt sich in verlassenen Landschaften, wird von einem Forstarbeiter gerettet, übernachtet in mittelalterlichen Türmen und bestaunt die Brüche und Schönheiten der brandenburgischen und westpommerschen Provinz. Wie viele Tage muss ich gehen ist ein literarischer Reiseessay über Gastfreundschaft und Fremdsein, über Stadt und Land, Grenzen und Übergänge. Millay Hyatt verwebt persönliche Erfahrungen mit philosophischen Reflexionen, die Geschichte mit aktuellen Konflikten. So entsteht ein vielschichtiges Buch über die Freude, bei Fremden willkommen zu sein - und eine Einladung, sich vor der eigenen Haustür auf Abenteuerreise zu begeben.
Das Elternsein von Eve und Hendrik gestaltet sich schwieriger als erwartet. Erst mit dem Au-Pair Juna erkennen sie, wie Familie noch funktionieren kann.
Eve und Hendrik haben sich fest vorgenommen, sich anders zu lieben als ihre Eltern. Sie wollen besser miteinander kommunizieren und ihren Alltag gleichberechtigt gestalten. Doch mit der Geburt ihrer Tochter Mia fallen sie zunehmend in alte Rollenmuster. Er arbeitet viel in seinem Verlag, sie kümmert sich zu Hause um das Kind. Um der Erschöpfung und der drohenden Bürgerlichkeit zu entkommen, engagieren sie Juna, ein Au-Pair aus Südamerika. Ihre Anwesenheit stellt alle Gewissheiten in Frage und Eve vor eine Entscheidung: Folgt sie einem alten Skript oder gelingt ihr eine neue Sprache der Liebe?
Angie Volks zweiter Roman führt tief hinein in das Bewusstsein einer Frau, die sich mit den Konventionen der Mutterrolle nicht zufriedengeben will. Wir spüren ihre Zweifel, wir fühlen ihr Begehren und wir feiern ihre Befreiung.
Angie Volk studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Ljubljana. Sie ist Mitgründerin der anonymen Lesebühne 'Konzept: Feuerpudel'. Für ihre literarische Arbeit wurde sie u.a. mit dem Förderpreis der Gruppe 48 ausgezeichnet, stand auf der Shortlist des Write-and-Read-Wettbewerbs der Jungen Verlagsmenschen und war Finalistin beim open mike. Ihr Debütroman 'Krokodile' (Atlantik) erschien 2021.Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet Hanna, Mitte dreißig, nach Berlin. Die Zeichen für einen Neustart stehen gut. Sie lernt Taner kennen, der sich tatsächlich dasselbe wünscht wie sie: ein Baby. Doch nach zwei Jahren ist Hanna noch immer nicht schwanger. Anfangs noch optimistisch, sucht sich das Paar Hilfe in einer Kinderwunschpraxis. Doch während um sie herum alle ganz problemlos schwanger werden, gerät Hanna, Zyklus für Zyklus immer weiter in die Mühlen der Reproduktionsmedizin. Sie sieht sich mit Terminplänen, Hormonspritzen und deren Einfluss auf ihren Körper konfrontiert. In der Beziehung beginnt es zu kriseln und Hanna verliert mehr und mehr den Mut und die Nerven, während sie doch eigentlich nur eines tun soll: entspannt bleiben. Verena Teke erzählt von neun Monaten des Hoffens und Bangens, von geplatzten Träumen und der harten Realität eines unerfüllten Kinderwunsches, von anderen Umständen, die traurig, schmerzhaft, absurd und oft auch witzig zugleich sind.
Von und mit:
Katharina J. Ferner/Jannes Hansen/Tim Holland/Anne Laubner/Andrea Lütkewitz/Lutz Steinbrück/Bastian Winkler
Gegenwärtige Gedichte mit unterschiedlichen Strömungen
Eintauchen in Beziehungsgeflechte und Abgründe erodierender Verhältnisse in Zeiten der Klimakrise.
https://deref-gmx.net/mail/client/V-50x8Ur7so/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fexpedition-metropolis.de%2Fproduktion%2Fleseglueck-buecherherbst-ins-offene-hinein%2F
"Der Rhythmus von Liebe und Wut oder Die Erfindung der Familie" so der Titel des Romanprojekt von Masen Abou-Dakn, den er uns an diesem Abend präsentieren wird.
Dazu gibt es Songs von ihm aus seinem aktuellen Album "was es war und was wir wollen, dass es war".
Wir freuen uns!
Linda Sixt rezitiert Gerichtsreportagen von Gabriele Tergit, dazu werden ausgewählte Gedichte von Mascha Kaleko vorgetragen.
Begleitet mit Musik.
'Haben Sie mal darüber nachgedacht, was Zuhause für Sie bedeutet?' Gesa sucht Zuflucht, will ihr urbanes Leben hinter sich lassen. Mit ihrer Tochter Marie zieht sie in ein von Efeu umranktes Haus. Sie schließt sich einer Landkommune an, die ihre Sehnsucht nach Ursprünglichkeit teilt und den beiden Schutz verspricht. Doch etwas stimmt nicht. Gesas Körper wehrt sich, als würde er vergiftet. Woher kommen die Symptome? Und was haben sie mit ihrer Vergangenheit zu tun? 'Es gibt sie wirklich, die ewige, die alte Sehnsucht, bleiben zu können, ein Zuhause zu haben. Feinnervig erzählt Maren Wurster von einer schmerzlichen Suche und dem Mut, den eigenen Weg im dystopischen Dickicht zu finden.
Der Abend wird moderiert von LENE ALBRECHT.
Wir freuen uns drauf.
Eine Platzreservierung wird empfohlen.
ES IST ENDLICH ZEIT, SICH AN DAS LEBEN ZU VERSCHWENDEN.
Jakob wird fünfzig und hat keine Lust zu feiern. Was denn auch: das Alleinsein? Die berufliche Bedeutungslosigkeit? Das endgültige Ende aller Aufbrüche? Doch dann geht er hinein in diesen Tag, und wie von Zauberhand geführt begegnen ihm die Menschen seines Lebens, die er an die Zeit verloren glaubte.
Das Fest ist ein so melancholischer wie heiterer Roman über einen Wendepunkt im Leben, über den Blick zurück und die erwachende Freude auf den ganzen Rest. Von einer Erzählerin, die das Tiefe ganz leicht erscheinen lässt.
Lucy Fricke wurde in Hamburg geboren und lebt in Berlin. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Ihr Roman Töchter erhielt 2018 den Bayerischen Buchpreis, wurde in acht Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt.