Unsere Empfehlungen

Tatort Eden 1919
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Hartmut Löschcke

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Tatort Eden 1919

gebunden

Freikorps und „besorgte Bürger“

Biko, 17 Jahre, dunkelhäutig mit Dreadlocks, geboren in Breckerfeld südlich von Hagen (Westfalen), hat mit seiner Capoeira-Vorführung die Aufnahme in die Artistenschule bestanden. Etwas unsicher steht er jetzt am Berliner Hauptbahnhof und versucht sich in der Großstadt zu orientieren. Von Mitgliedern gutmeinender Hilfsorganisationen wird der Junge aus dem Sauerland zunächst für einen Flüchtling gehalten, findet aber sein Ziel noch rechtzeitig, bevor er wider Willen und Notwendigkeit in einer Erstaufnahmestelle gelandet wäre. In der Schule beginnt seine Ausbildung anschließend damit, dass er sich bei Monsieur Vite aus dem Fundus ein Requisit für seine Arbeit aussuchen soll. Er wählt einen alten Koffer, in dem sich ein Brief aus dem Jahre 1919 an einen gewissen Pico finden lässt: „Nur Mut, bald sitzen wir mit Rosa, Karl und Leo im ...“.

Hier setzt die Vergangenheitshandlung ein, erzählt von Monsieur Vite: Mitte Dezember 1918 kehrt der junge Pico aus dem Krieg nach Berlin heim und erhält erfreulicherweise sofort seine alte Stelle als Barmann im Nobelhotel „Eden“ zurück. Da dieses Hotel das Hauptquartier der Freikorpskämpfer unter Waldemar Pabst ist, wird Pico in die Ereignisse um die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und in die Niederschlagung der Novemberrevolution verwickelt. Als er die Revolutionäre vor geplanten Verhaftungen warnt (als Barmann hört man so einiges), gerät er selbst ins Visier konterrevolutionärer Soldaten und kann mit knapper Not aus Berlin fliehen und als Artist in den Wirren der Nachkriegszeit untertauchen. Schließlich gelangt sein Koffer an seinen Enkel Monsieur Vite. Im täglichen Leben des heutigen Berlin hingegen werden Biko und seine Freunde mit rassistischen Angriffen „besorgter Bürger“ konfrontiert.

Spannend erzählt, aber ohne erhobenen Zeigefinger spannt Maja Nielsen Fäden aus der Vergangenheit in unsere heutige Situation. Gesamturteil: sehr unterhaltend, informativ und unterrichtstauglich für Jugendliche ab 13.

von Hartmut Löschcke

zum Produkt € 9,95*

Alle, außer mir
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Hartmut Löschcke

Hartmut Löschcke

Alle, außer mir

gebunden


Kennen Sie Ihren Vater? Wissen Sie, wer er wirklich ist? Kennen Sie seine Vergangenheit? Die vierzigjährige Lehrerin Ilaria hätte diese Fragen wohl mit »ja« beantwortet, und auch ihre Angehörigen glaubte sie zu kennen - bis eines Tages ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom sitzt und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters ... Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben.


Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, von hier aus entfaltet Francesca Melandri eine schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft. Und sie holt die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in die Literatur: die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten verknüpft Melandri mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten - und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im »richtigen« Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

zum Produkt € 26,00*

Das Zedernhaus
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Hartmut Löschcke

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Das Zedernhaus

kartoniert

London, 1908: Victoria befindet sich mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen, als ihr Verlobter Jeremy die Hochzeit verschieben und nach Indien reisen muss. Dort wurde ein Anschlag auf den Vizekönig verübt. In London geschehen unterdessen merkwürdige Dinge: Ein Medaillon mit einem Bild von Victorias verstorbenem Vater wird bei einem ermordeten indischen Matrosen gefunden. Als Jeremy plötzlich als vermisst gilt, reist Victoria mit ihrem Butler Hopkins nach Indien. Doch sie werden beobachtet - und von Jeremy findet sich keine Spur ...

zum Produkt € 10,00*

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée
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Hartmut Löschcke

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Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

kartoniert


Mord im Hungerwinter


Januar 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen. Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird Richard zur Seite gestellt. Sie kommt, wie der Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele. Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben.

zum Produkt € 13,00*

Lampe und sein Meister Immanuel Kant
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Hartmut Löschcke

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Lampe und sein Meister Immanuel Kant

gebunden


Wie schrullig war Immanuel Kant? Antje Herzog nimmt mit ihrer Graphic Novel einen der herausragendsten Philosophen der Weltgeschichte humorvoll unter die Lupe.


Über vierzig Dienstjahre war Martin Lampe an Kants Seite - als Diener, aber auch als Vertrauter und Freund. Doch dann musste er eines Tages unter ungeklärten Umständen das Kant-Haus verlassen. Antje Herzog geht der Verbindung der beiden Männer nach und spürt dabei skurrile Anekdoten aus dem Leben Immanuel Kants auf, dessen Ideen unsere Gesellschaft bis heute enorm beeinflussen. Kurze Sequenzen aus Kants Lehre durchbrechen und ergänzen die amüsanten wie spannenden Einblicke in die Welt des Königsberger Philosophen: Wie wickelt man sich in Kantscher Manier in eine Bettdecke? Was sollte man bei der Kombination von Nachtmütze und Leselicht beachten? Und wie hielten Kants Seidenstrümpfe? Grundlage der Graphic Novel sind Aufzeichnungen Kants und Briefe von Zeitzeugen: Dank ihnen wird der große Mann der Aufklärung ein Denker zum Anfassen.

zum Produkt € 26,00*

Begegnungen mit Peggy Guggenheim
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Hartmut Löschcke

Hartmut Löschcke

Begegnungen mit Peggy Guggenheim

gebunden


Peggy Guggenheim (1898-1979) zählt zu den größten Sammlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Am Ende ihres Lebens war sie nicht nur eine Legende, sondern hatte sich selbst zur Kunstfigur stilisiert. In stefan moses (*1928) begegnete sie einem Fotografen, der das Sensorium, die Schnelligkeit und das Talent hatte, besondere Momente ihrer Selbstinszenierung einzufangen und selbst zu gestalten. Er traf Peggy Guggenheim 1969 und 1974 in Venedig und hat sie hier an verschiedenen Orten, unter anderem in ihrem privaten Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande (der heutigen Peggy Guggenheim Collection), fotografiert. Der Zauber der Aufnahmen besteht in der Ironie und Skurrilität, die den Bildern eine mehrdeutige Tiefe verleihen.


Mit einem Essay des Kunsthistorikers und Kurators Dr. Thomas Elsen, Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg

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