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Was bedeutet freiwilliges Mitmachen in der Diktatur? Am Beispiel der Neuererbewegung - dem DDR-Vorschlagswesen - erfasst Elena M.E. Kiesel Freiwilligkeit als analytische Kategorie zwischen Zwang, Pflicht und Verantwortung. Anhand staatlicher Dokumente, zeitgenössischer Sozialforschung und Oral-History-Interviews analysiert sie auf Grundlage des gouvernementalitätstheoretischen Ansatzes und dem Konzept der partizipatorischen Diktatur die Bedingungskonstellationen von und Bedeutungszuschreibungen an Freiwilligkeit in der DDR - ein Beitrag, der zur Erforschung zeithistorischer Regierungsrationalitäten beiträgt und zeigt, wie die Menschen ihre Lebenswirklichkeit in der Diktatur gestalteten.
Elena M. E. Kiesel , geb. 1993, ist Historikerin für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Erfurt. Dort promovierte sie als Mitglied der interdisziplinären DFG-Forschungsgruppe »Freiwilligkeit«. Zu ihren Forschungsinteressen zählen die Kultur- und Sozialgeschichte der deutschen Diktaturen, Provenienzforschung sowie soziale Ungleichheiten im 20. und 21. Jahrhundert.