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Dupuis-Déri analysiert, wie die Ermordung Hélène Legotiens durch ihren Ehemann Louis Althusser in der französischen Intellektuellenszene diskutiert, erklärt und beinahe entschuldigt wird. Ein Diskurs, der Hélène Legotien ein zweites Mal tötet, indem er sie namentlich nur selten erwähnt und sich in erster Linie für die psychische Verfassung Althussers interessiert, der nach Einschätzung des Richters die Tat im Wahn beging und für schuldunfähig erklärt wurde. Dupuis-Déri zeigt, dass der große Denker zugleich ein banaler Krimineller war, dessen Ruf und einflussreiche Freunde ihn schützten. Er führt uns vor Augen, wie tief verankert der Sexismus in einem Diskurs ist, der Althusser bis heute als Intellektuellen hoch in Ehren hält, während er Hélène Legotien in Vergessenheit geraten ließ.
Francis Dupuis-Déri, 1966 in Montreal geboren, ist Politikwissenschaftler und Professor an der Université du Québec à Montréal (UQAM). Er forscht zu Antifeminismus, Polizeigewalt und Anarchismus.
E-Mail: office@passagen.at