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Dass in der Forschung zur deutschen Novelle seit langem kein Fortschritt bei der Klärung eines alten Widerspruchs möglich war, liegt auch an einem Problem des Zugangs. Es geht um den Widerspruch zwischen denen, die in der Novelle eine strenge Form sehen, und denen, die sie für eine Einbildung einiger Germanisten halten. Der Widerspruch kommt durch unterschiedliche Interessen an Gattungen zustande: ein poetologisch-normatives und ein empirisches Interesse am literarischen Markt. Das Buch setzt diese Interessen mit einem Mixed-Methods-Zugang ins Verhältnis zueinander; und zwar mit einer Gattungstheorie, die ästhetische auf ökonomische und politische Gattungsfunktionen bezieht, sowie mit quantitativen Verfahren, mit denen die Breite des Markts analysierbar wird. Das Buch löst so nicht nur den alten Widerspruch, indem es zeigt, dass die Novelle zum Ende des 19. Jh. nur partiell Kontur gewinnt, weil Poetik und Produktion nur bedingt zur Deckung kommen; und indem es diese Schwäche der Kontur durch mediale Faktoren und die politische Instrumentalisierung der Gattung erklärt. Darüber hinaus liefert das Buch den Computational Literary Studies eine Modellierung von Literaturgeschichte, die der Komplexität von Gattungen Rechnung trägt.
Julian Schröter, Ludwig-Maximilian-Universität, München, Deutschland.