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In seiner umfangreichen und akribischen Studie über die Zusammenarbeit der Psychoanalyse mit militärisch-geheimdienstlichen Netzwerken der USA führt Knuth Müller die Leserinnen und Leser in eine unbekannte Welt. Welche Personen standen mit den Geheimdiensten in Verbindung? Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Welche gemeinsamen Interessen prägten die Kooperation?
Müller wertet eine Vielzahl von Archivdokumenten aus und belegt daran die Beteiligung von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern etwa an der Erstellung propagandistischer Strategien während des Zweiten Weltkriegs, der Utilisierung von Patientendaten zur Beeinflussung der zivilen Kriegsmoral und die Erprobung von Wahrheitsdrogen durch Menschenexperimente. Auch Grundlagenforschungen zur Entwicklung 'verschärfter Verhörmethoden', die mit den 'Enhanced Interrogation Techniques' während der Bush-Administration ihren bisherigen Höhepunkt erreichten, wurzeln in dieser unerwarteten Zusammenarbeit.
Knuth Müller arbeitet als Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker in eigener Praxis in Berlin sowie als Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Medical Psychology der Steinbeis-Hochschule Berlin. Seine Interessengebiete sind Theorie und Technik der Psychoanalyse sowie Psychoanalysegeschichte. (Stand: April 2015)
(c) Autorenfoto: Paul Hynes-Allen, Berlin, http://www.hynes-allen.com
Inhaltsband Danksagung Vorwort Einleitende Anmerkungen Grundlegende Anmerkungen zur Arbeit Zum Aufbau der Arbeit Prolog - Der Erste Weltkrieg I. Anfänge: 1940-1945 1.1 Office of the Coordinator of Information 1.2 Office of Strategic Services 1.3 Zusammenarbeit der American Psychoanalytic Association mit dem COI/OSS 1.4 Walter C. Langer und der US-Geheimdienst 1.5 Die »OSS-Assessment«-Gruppe um Henry A. Murray 1.6 Weitere Momente der IC-Zusammenarbeit 1.7 Von der »Chairborne Division« zur »Operational Division« 1.8 Die psychoanalytische Gemeinschaft im US-militärisch-nachrichtendienstlichen Umfeld - Ein tabellarischer Überblick der Jahre 1940-1945 1.9 Abschließende Bemerkungen II. Menschenversuche und Foltermethoden des NS-Regimes 2.1 Menschenversuche mittels Meskalin als mögliche »Wahrheitsdroge« 2.2 Menschenversuche mit Barbituraten, Curare, Morphium, Scopolamin etc. 2.3 Menschenversuche mittels Elektroschock 2.4 Methoden analog Seligmans »erlernter Hilflosigkeit« 2.5 Erzwungene Nacktheit (Schamfolter) 2.6 Methoden des selbst zugefu-gten Schmerzes & sensorischer Deprivation 2.7 Methoden des Nahrungs- und Flu-ssigkeitsentzugs bzw. der Unterernährung 2.8 Methoden des Schlafentzugs 2.9 Einsatz extremer Temperaturen 2.10 Fesseln der Hände und Fu-ße, Drohungen 2.11 Erzwungenes Rasieren & Abschneiden der Kopfhaare 2.12 Techniken physischer Gewalt 2.13 Der Nu-rnberger Kodex 2.14 Abschließende Bemerkungen und Ausblick III. Evolution psychologischer Folterforschung in den USA 1945-1983 3.1 Operation Overcast, Paperclip & Project 63 3.2 US-Ärzte und NS-Wissenstransfer 3.3 Die Angst vor Gehirnwäsche (»Brainwashing«) 3.4 Die Psychoanalyse im Spiegel von CIA-Dokumenten 3.5 US-nachrichtendienstliche »Mind Control«-Programme, 1942-1972 3.6 KUBARK - Counterintelligence Interrogation - 1963 3.7 Human Resource Exploitation Training Manual - 1983 3.8 Abschließende Bemerkungen IV. IC-Zusammenarbeit ab 1947 4.1 Der Laughlin-Report von 1952 4.2 Projekt CHATTER (1947-1953) und die psychoanalytische Gemeinschaft 4.3 Die psychoanalytische Gemeinschaft und der Fall Harold Blauer 4.4 IC-Finanzierungsmodelle und die psychoanalytische Gemeinschaft 4.5 Tabellarischer Überblick: IC-Forschungsprojekte und die psychoanalytische Gemeinschaft 4.6 Studien zur sensorischen Deprivation (SD) 4.7 Studien zu Verhörtechniken, Halluzinogenen, Hirnelektroden & Schlafentzug 4.8 Weitere Verbindungen von Psychoanalytikern mit der IC 4.9 Überblick: Personen der psychoanalytischen Gemeinschaft mit IC-Hintergrund und ihre berufsfachorganisatorischen Leitungspositionen, 1941-1977 4.10 Abschließende Bemerkungen und Ausblick V. Die Folgen: Von Watergate bis Guantánamo Bay 5.1 Daniel Ellsbergs »Pentagon-Papiere«, Bernard M. Malloy und die APsaA 5.2 Zeitgenössische Kontakte zwischen der IC und Personen der psychoanalytischen Gemeinschaft 5.3 US-Foltermethoden und -techniken im Rahmen des GWOT 5.4 Überblick zur IC-Beteiligung von Personen der psychoanalytischen Gemeinschaft ab ca. 1947 VI. Epilog Anhangsband Abbildungen Tabellen Quellen L.1 Monographien, Sammelbände, Fachzeitschriftenartikel L.2 (Digitales) Nachrichten-, Zeitungs- und Zeitschriftenverzeichnis L.3 Internetquellen L.4 Archivmaterial & Datenbanken L.5 Juristische Dokumente L.6 CIA-Dokumente: Mori ID#-Verzeichnis L.7 Filme, TV-Serien, Dokumentationen, Nachrichtensendungen Anhang A.1 Guantánamo Bay Interrogation Techniques A.2 Memorandum von Jerald Phifer, LTC; USA, Director, J2, October 11, 2002 A.3 Kurzbeschreibung der Arbeit Endnoten