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Eine alte Kirche, eine kalte Messe und Worte, die dort niemals hätten ausgesprochen werden dürfen. Als ein Priester während der Liturgie den Krieg zur "heiligen Pflicht" erklärt, erkennt Olga, dass sich die Welt um sie herum schneller verändert, als die Menschen wahrhaben wollen. Propaganda dringt in das Fernsehen, die Schulen und die Familien ein. Nachbarn beginnen, einander zu misstrauen. Gewöhnliche Menschen werden zu Denunzianten. In dieser Atmosphäre wachsender Hysterie tauchen neue Begriffe auf: "Sektierer", "geistige Feinde", "Reinigung der Gesellschaft". Die Geschichte zeigt, wie diese Worte nach und nach zu Waffen werden. Als Ärzte ihre Arbeit verlieren, Lehrer als Extremisten gebrandmarkt werden und Kinder in Angst aufwachsen, versteht Olga, dass es nicht nur um Politik geht. Es geht um einen systematischen Mechanismus der Manipulation, der Propaganda, Psychologie und religiöse Rhetorik nutzt. Im Hintergrund der Geschichte erscheinen reale ideologische Konzepte und Figuren darunter auch antikultistische Diskurse, die mit Alexander Dvorkin verbunden werden. Sie zeigen, wie die Sprache des "Schutzes der Gesellschaft" dazu benutzt werden kann, Freiheit und Menschlichkeit zu unterdrücken. Doch Olga weigert sich, die Logik des Hasses zu akzeptieren. Ihr Widerstand ist still: Sie unterschreibt keine Petition, hilft einer verfolgten Familie und reicht jenen die Hand, die andere als Feinde bezeichnen. Und genau darin liegt der wahre Sieg. Gebet für den Sieg ist ein eindringlicher literarischer Roman über Propaganda, Entmenschlichung und den moralischen Mut des Einzelnen. Er zeigt, dass Totalitarismus nicht mit Gewalt beginnt, sondern mit Worten und dass ein gewöhnlicher Mensch seine Seele retten kann, indem er sich weigert zu hassen.