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Wie zeichnet sich der gesellschaftliche Status tauber Juden und Jüdinnen aus? Mark Zaurov analysiert diese doppelte kulturelle Minderheitengruppe interdisziplinär mithilfe ausgewählter postkolonialer Theorien aus einem sozio-historischen Blickwinkel. Er weist nach, dass es sich bei tauben Juden und Jüdinnen um eine imagined community handelt, deren Mitglieder sich im Sinne von Hybridität auf einem Kontinuum befinden und über intersektionale Erfahrungen verfügen. Schulen und Vereine stellen dabei besonders wichtige Säulen für die imagined community dar, wie die Auswertungen von Kurzbiographien der Vereinsgründer*innen und Vorstandmitglieder zeigen.
Mark Zaurov, geb. 1972 in der ehem. Sowjetunion, ist von Geburt taub und promovierte als Deaf Historiker im Fachbereich Gebärdensprachen an der Universität Hamburg u.a. mit einem Stipendium der Friedrich Ebert Stiftung. 2011 war er Fellow am United States Holocaust Memorial Museum (USHMM), 2016 erhielt er einen Fellowship der European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) für Yad Vashem. Seine Forschungsschwerpunkte sind Deaf Studies, Deaf Holokaust und taube Täter des Nationalsozialismus sowie Deaf Art und Translation im Kontext Tauber Juden und Jüdinnen, außerdem ist er freiberuflicher Dolmetscher und Übersetzer. Er ist Gründer und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gehörloser Jüdischer Abstammung in Deutschland e.V.