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Maxim Gorkis Die Mutter (1906/07) gestaltet die politische Bewusstwerdung der Arbeiterwitwe Pelageja Nilowna, deren anfängliche Angst vor dem revolutionären Engagement ihres Sohnes Pawel sich in tätige Solidarität verwandelt. Der Roman verbindet realistische Milieuschilderung der Fabrikvorstadt mit didaktischer Symbolik und pathetischer Rhetorik. Als Schlüsseltext des frühen sozialistischen Realismus steht er zwischen russischer Gesellschaftsprosa, revolutionärem Agitationsroman und moderner Märtyrerlegende. Gorki, 1868 als Alexei Peschkow geboren, kannte Armut, Gelegenheitsarbeit und staatliche Repression aus eigener Erfahrung. Seine Nähe zu sozialdemokratischen Kreisen, die Ereignisse von 1905 und seine lebenslange Suche nach einer Literatur der "neuen Menschen" prägen den Stoff. Die Mutter verdichtet biographische Beobachtung, politische Hoffnung und die Überzeugung, dass Bildung und kollektives Handeln moralische Erneuerung ermöglichen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die Literatur nicht nur als ästhetisches Artefakt, sondern als Eingriff in Geschichte verstehen möchten. Trotz zeitgebundener Ideologie bewahrt der Roman seine Kraft durch die Darstellung einer stillen Emanzipation: Eine scheinbar unbedeutende Frau entdeckt Sprache, Mut und Öffentlichkeit. Wer die Herkunft revolutionärer Erzählformen begreifen will, findet hier ein unverzichtbares Dokument.