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Cogito ergo sum: Seit der Aufklärung hat sich der Mensch vor allem über das Denken definiert - und ausgerechnet das soll uns die künstliche Intelligenz jetzt abnehmen. Was bleibt da von uns übrig, von unserem Selbstverständnis, unserem Selbstwert? Unermesslich viel, sagen Miriam Meckel und Léa Steinacker. Während wir darüber streiten, wann künstliche Intelligenz uns überflüssig macht, entgeht uns das Wesentliche: Leben ist mehr als Information. Intelligenz ist mehr als Datenverarbeitung. Bewusstsein ist mehr als Denken. Der aktuelle Wettlauf um Superintelligenz verengt unsere Perspektive, wodurch wir alle anderen Formen von Intelligenz übersehen, sei es beim Menschen oder in der Natur. Wir müssen unsere Verbindung zur Welt und uns selbst neu entdecken. Statt uns darum zu bemühen, den Maschinen ähnlicher zu werden, sollten wir uns auf das besinnen, was uns von ihnen unterscheidet. KI gefährdet nicht unser Überleben. Aber wir laufen derzeit Gefahr, durch ihre blinde Nutzung die Fülle unserer Welterfahrung und uns selbst zu vergessen. Trauen wir uns, wieder wild und wahrhaftig zu leben.
Miriam Meckel ist Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, als Gastprofessorin lehrte sie an der Universität Harvard, in Singapur, New York und in Wien. Sie war Chefredakteurin und Herausgeberin der 'Wirtschaftswoche', zudem Staatssekretärin für Medien und Internationales in Nordrhein-Westfalen. Ihr Buch 'Brief an mein Leben' (Rowohlt 2010) wurde zum Bestseller. 2018 gründete Meckel ada Learning, ein Weiterbildungsprogramm für Zukunftskompetenzen.