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Ausgehend von den bereits vorhandenen Forschungserkenntnissen zu Robert Musils Rezeption und Integration der Bibel in sein literarisches wie essayistisches Œuvre untersuchen die Beiträge des Bandes daran anschließend interdiskursive Vernetzungen zwischen Dichtung und Religion(swissenschaft) bzw. Literatur und Theologie aus historischer wie systematischer Perspektive. Besonderes Augenmerk gilt dabei neben allgemeinen biblischen Bezügen Musils Verständnis von "Gott" in der gesamten Bandbreite: zwischen dessen Abwesenheit oder Fehlen in der weiteren Nachfolge Nietzsches einerseits und dessen All- oder gar Übergegenwart in - sei es mathematisch oder künstlerisch - säkularisierter Form andererseits. Aus diesem Changieren zwischen Hoffnung auf Parusie und Erwartung der Apokalypse lässt sich eine Ahnung gewinnen, welchen Erkenntnisgewinn sich der österreichische Schriftsteller von dem versprach, was er gegen Ende seines Lebens unter dem Stichwort "Laientheologie" skizzierte.
Artur R. Boelderl ist Universitätsdozent am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt und Senior Scientist am Robert-Musil-Institut für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchiv. Franziska Mader ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Robert-Musil-Institut für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchiv der Universität Klagenfurt. Andreas S. Telser ist Postdoc-Assistent am Forschungszentrum "Religion and Transformation in Contemporary Society" der Universität Wien.