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SCARLETT Ich lebte mein Leben im Glauben, gewöhnlich zu sein. Menschlich. Unauffällig in einer Welt, die nie zweimal hinsah. Diese Lüge zerbrach in dem Moment, als Aleksandr Noctov mich sah. In seiner Nähe zu sein fühlt sich an, als stünde ich zu nah an einem Sturm. Gefährlich. Rauschhaft. Unausweichlich. Seine Anwesenheit zieht etwas an, das tief in meinen Knochen vergraben liegt, etwas Uraltes, das erwacht, wenn er nahe ist. Ich verstehe die Macht nicht, die unter meiner Haut summt, noch warum seine Berührung eine Finsternis zähmt, die alle anderen in Angst versetzt. Man sagt, meine Seele habe schon zuvor gelebt. Dass sie mit Sicherheit verborgen war. Dass ich niemals gefunden werden sollte, bis zu ihm. Aleksandr zu lieben heißt, eine Wahrheit zu akzeptieren, älter als Erinnerung, Blutlinien zu akzeptieren, die Königreiche und Götter durchqueren. Es bedeutet, ihn zu wählen, selbst wenn seine Schatten weit genug reichen, um die Welt zu verschlingen. Und trotzdem wähle ich ihn. ALEKSANDR Ich wurde geschmiedet, um über Monster zu herrschen, und man fürchtet mich, weil ich selbst eines bin. Jahrhunderte der Herrschaft halten die Dunkelheit in mir gefesselt. Wut. Hunger. Macht, die selbst die Götter vernichten würden, kämen sie ihr auf die Spur. Dann erweckt Scarlett etwas in mir, das ich nie fühlen sollte. Sie beruhigt den Sturm, ohne es zu wollen. Ihre Gegenwart legt die uralte Seele in mir still, als erkenne sie in ihr eine Gleichgestellte. Ihr Gegenstück. Das Einzige, das mich zurückziehen kann, wenn ich am Abgrund stehe, alles zu werden, was man fürchtet. Ich habe Reiche zu Grabe getragen für weniger als die Drohung, sie zu verlieren. Ich würde Reiche auseinanderreißen, bevor ich zuließe, dass irgendjemand an das rührt, was das Schicksal an mich gebunden hat. Sie ist nicht zerbrechlich. Sie ist nicht menschlich in der Kunst, wie die Welt es versteht. Sie ist Erbe. Macht. Mein Verderben und mein Anker. Und wenn ihre Liebe bedeutet, das zu entfesseln, was ich seit Jahrhunderten eingesperrt halte, dann lasse die Welt erzittern. Denn ohne sie war ich nie dafür bestimmt zu überleben. Dies ist Band 1 der Reihe Haus des Purpurs. Leseordnung: Haus des Durstes, Haus des Hungers.