Installieren Sie die genialokal App auf Ihrem Startbildschirm für einen schnellen Zugriff und eine komfortable Nutzung.
Tippen Sie einfach auf Teilen:
Und dann auf "Zum Home-Bildschirm [+]".
Bei genialokal.de kaufen Sie online bei Ihrer lokalen, inhabergeführten Buchhandlung!
Ihr gewünschter Artikel ist in 0 Buchhandlungen vorrätig - wählen Sie hier eine Buchhandlung in Ihrer Nähe aus:
Vor 101 Jahren erschien Thomas Manns berühmter Roman "Der Zauberberg". Doch obwohl dieser schon im Titel auf einen ganz besonderen Ort verweist und eine eigentümliche Sanatoriums-Welt in den Fokus rückt, wurde er in der Forschung später kaum auf seinen Raum hin untersucht. In seinem Buch unternimmt Claudio Steiger eine raumlogische Relektüre: "Der Zauberberg" ist nicht nur (wie oft beschrieben) ein Zeit-, sondern insbesondere auch ein Raumroman - ein Roman der besonderen Räume und ein Roman der Anderen Räume seiner Epoche. Diese Lektüre betrachtet den Schauplatz des Romans nicht als sein Akzidens, sondern als sein Zentrum, und dies nicht allein in seinen mythopoetischen Substraten (wie als Venus- oder Blocksberg), sondern auch in Bezug auf die erzählten historischen Räume. Dazu gehören die Schweizer Alpen, der Kurort Davos, die Grand Hotels, die moderne Klinik u.a.m. Ausgangspunkt ist der Begriff der Heterotopien Michel Foucaults; mit ihm wird untersucht, wie Manns Text historisch-wirklichen, aber ganz besonderen Raumzonen seiner Epoche Rechnung trug. Dabei wird an den im Roman selbst zentralen Begriff der Hermetik angeknüpft, der ebenfalls räumlich umschlossene Orte adressiert. Die Studie setzt Manns Text in Beziehung zu übergreifenden Kollektivbildern nach 1900 und kann zeigen, wie stark er in bestehende Kur-Motive eingebettet war. Zugleich wird deutlich, dass erst die "fieberhafte Hermetik" des "Zauberbergs" Davos und seine Sanatorien zu Erinnerungsorten der Moderne gemacht hat.