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"In St. Jürgen" von Theodor Storm ist eine Novelle, die in einer kleinen, unscheinbaren Küstenstadt spielt. Der Erzähler erinnert sich an seine Kindheit und die enge Beziehung zu einer älteren Frau namens Hansen, die einst im Haus seiner Großmutter diente. Hansen, die später im St.-Jürgens-Stift lebt, erzählt dem Erzähler von ihrer Vergangenheit und den tragischen Ereignissen, die ihr Leben prägten. Sie berichtet von ihrer Jugendliebe zu einem Tischler namens Harre und den finanziellen Schwierigkeiten ihres Vaters, die durch den Aberglauben an einen Schatz im Brunnen des Familienhauses verschärft wurden. Diese Schwierigkeiten führten letztlich zum Bankrott der Familie und zum Verlust von Hab und Gut. Trotz der Widrigkeiten bewahrt Hansen ihre Würde und findet Trost in der Erinnerung an vergangene Zeiten und in der Gegenwart der Schwalben, die sie so sehr liebt. Die Novelle thematisiert die Vergänglichkeit des Glücks, die Bedeutung von Erinnerungen und die Suche nach innerem Frieden inmitten von Verlust und Enttäuschung. Storms Erzählung ist geprägt von einer melancholischen Stimmung und einer tiefen Verbundenheit mit der norddeutschen Heimat.
Hans Theodor Woldsen Storm ( 14. September 1817 in Husum, Herzogtum Schleswig; - 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademarschen) war ein deutscher Schriftsteller. Mit seiner Lyrik und Prosa gehört er zu den bedeutendsten Vertretern des Poetischen Realismus. Storm ist vor allem für seine Novellen bekannt, empfand sich allerdings in erster Linie als Lyriker und sah die Gedichte als Ursprung seiner Erzählungen. Für ihn war das Erlebnis das Fundament seiner Gedichte, während er der Gedankenlyrik fernstand. Einige Verse und Novellen richten sich gegen den Adel und kritisieren die Beamtenhierarchie sowie die Verbindung weltlicher und geistlicher Kräfte.
Neben den frühen lyrisch-stimmungsbetonten Werken wie Immensee und Angelica finden sich in der Novellistik seiner mittleren und späten Jahre weitere Themen und Impulse. Zu ihnen gehören religions- und sozialkritische Ideen wie in Veronica, Im Schloß oder Ein Doppelgänger. Mit Kunstmärchen und unheimlichen Novellen wie Draußen im Heidedorf und Renate, Eekenhof und schließlich Der Schimmelreiter steht sein Werk in einem Spannungsverhältnis zu Vorgaben des Realismus.