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Krise der Demokratie war gestern - heute befinden sich mehrere westliche Länder bereits in einem autoritären Transformationsprozess mit ungewissem Ausgang. Worin ist vor diesem Hintergrund der Kern demokratischer Verhältnisse zu sehen, den es gegen ihre Feinde von rechts und ihre Verächter von links zu verteidigen gilt? Winfried Thaa gibt eine sowohl ideengeschichtlich motivierte als auch eine aus aktuellen politikwissenschaftlichen Analysen entwickelte Antwort: Die repräsentative Demokratie als Form der Selbstregierung basiert auf Gleichheit und Pluralität. Sie erfordert den Vorrang politischer Gleichheit gegenüber der Ökonomie und den Schutz politischer Pluralität vor Expertenherrschaft, höherer Moral und dem Trugbild eines einheitlichen Volkswillens.
Winfried Thaa, geb. 1952, lehrte Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte an den Universitäten in Trier, Ann Arbor (Michigan, USA) und Tübingen. Er veröffentlichte zum Ende des Sozialismus sowjetischen Typs, dem politischen Denken Hannah Arendts und zu Fragen der politischen Repräsentation.