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Auf Grundlage von Demokratietheorien, Kulturmanagement- und Kulturvermittlungsdiskursen zeigt die empirische Studie von Maria Nesemann deutliche Unterschiede in der theater- und kulturpolitischen Praxis – und im Verständnis davon, worin der gesellschaftliche Auftrag von Theater besteht. Die Publikation macht sichtbar, dass Teilhabe ein komplexer, nicht widerspruchsfreier Begriff ist.
Das Buch von Angelika Endres wiederum liefert praxisnahe Argumente für Kulturpolitik, Dramaturgie und Wissenschaft – und beantwortet die Frage, was Theater künftig alles sein kann. Sie zeigt in ihrer interdisziplinären Studie, dass die Lockdowns die Häuser in Deutschland, England und der Schweiz nicht lähmten, sondern einen bemerkenswerten Wandel in der Programmgestaltung auslösten. Streaming-Premieren, XR-Inszenierungen, partizipative Stadtteilprojekte, Diskursformate und sogar medizinische Angebote erweiterten das Repertoire. Auf Basis von 25 Formattypen, Angebotsanalysen und 33 Expert*innen-Interviews belegt Endres, dass Theater auf den gestiegenen Legitimationsdruck mit neuen Rollen reagieren: als Gemeinschaftsraum, "Dritter Ort", Placemaker und Labor angewandter Praxis.