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Der Wahlberliner Gottfried Pilz (*1944 in Salzburg, +2024 in Berlin) zählte zu den renommiertesten Bühnen- und Kostümbildnern des Musiktheaters. Seine feinsinnigen, beeindruckenden Arbeiten entwickelte er durch das intensive Studium von Libretto und Partitur – im Lauf der Jahre mit einer zunehmend abstrakten und minimalistischen Bildsprache. Pilz arbeitete unter anderem mit den Regisseuren John Dew, Götz Friedrich, Günter Krämer, Stefan Herheim und George Tabori zusammen. In der reich bebilderten Publikation sind großformatige Fotografien, Zeichnungen, Figurinen und Bühnenbildmodelle zu sehen. Es ist ein konzentrierter Ausschnitt mit 15 Projekten aus 50 Schaffensjahren einschließlich Regiearbeiten. Besonderer Bestandteil der Ausgabe sind die Camera-obscura-Aufnahmen der Fotografin Karen Stuke. Sie fotografierte viele Jahre die Opernaufführungen von Gottfried Pilz. Das Buch enthält eine Kurzbiografie, ein umfassendes Werkverzeichnis sowie ein sorgfältig recherchiertes Register.
Mit Textbeiträgen von Jochen Diederichs, Gottfried Pilz, Bärbel Reißmann, Kerstin Schröder und Karen Stuke.
Kerstin Schröder (Herausgeberin, Buchgestalterin), Karen Stuke (Fotografin), Bärbel Reißmann (Stadtmuseum Berlin) sowie Karen Fries (Kostüm- und Bühnenbildnerin, ehem. Assistentin von Gottfried Pilz) stellen das Buch vor und teilen ihre Erinnerungen an Gottfried Pilz. Eintritt frei.
In der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts verändert sich das Theater radikal: Neue Formsprachen gehen nicht vom klassischen Text oder seiner Dekonstruktion aus, sondern nutzen vielfältige Medien, innovative Technologien und interdisziplinäre Ansätze, um ganze Welten zu entwerfen. Die wegweisenden Inszenierungen von Susanne Kennedy, Lucia Bihler und Florentina Holzinger stehen exemplarisch für diesen formalen Wandel, der seit den 2010er-Jahren in den Darstellenden Künsten sichtbar wird.
Dieses Buch untersucht anhand fundierter theoretischer Reflexion und ausführlicher Interviews die formalen Strategien der drei Künstlerinnen und ihrer Teams. Dabei zeigt es auf, wie sie die Ästhetik des postdramatischen Theaters ins 21. Jahrhundert überführen und eine zeitgemäße Bühnensprache entwickeln. Die Autorin analysiert, wie diese innovativen Produktionen Kommunikationsweisen, Wahrnehmungsmuster und emotionale Dynamiken des Web 2.0 in komplexe "Ultrawelten" übersetzen – Theaterwelten, die am Puls der Zeit entstehen und die Gegenwart herausfordern.
Hannah Schünemann stellt ihr Buch und die Arbeiten der drei Künstler:innen zusammen mit der Lektorin Sophie Schuster vor. Eintritt ist frei.
Obwohl immer wieder beschrieben und prognostiziert wird, dass sich politische Bewegungen weitgehend in die digitalen Medien verlagern, sind die Erwartungen an politisches Theater und Aktionskunst eher noch gestiegen: Theater soll die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht nur widerspiegeln oder kritisieren, sondern direkt in die Wirklichkeit intervenieren. Die Grenze zwischen Kunst und Aktivismus wird durchlässiger, woraus sich für das Theater gesteigerte Wirkungsansprüche ergeben. Das Buch fragt nach den Formen und Traditionen einer solchen intervenierenden Theaterpraxis – und danach, was man sich von ihr erhoffen darf. Es geht um ein Theater, das an der Grenze zur direkten Aktion operiert, ohne die Brechungen, Umwege und Indirektheiten theatraler Aufführungen ganz hinter sich lassen zu können.
Matthias Warstat stellt Buch und Thesen gemeinsam mit Joy Kristin Kalu (UdK Berlin) sowie Julius Heinicke (Universität Hildesheim) vor. Zeit und Ort: 19.30 Uhr, Einar & Bert - Theaterbuchhandung, Winsstr. 72, 10405 Berlin. Eintritt frei.