Veranstaltungsarchiv

Saša Stanišić, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019, liest aus "Herkunft" AUSVERKAUFT!

28.11.2019 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Um's Eck im Stadthallenkomplex Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen 08731 40153 und mail@buela.de
Preis: 12.-

Der deutschsprachige Schriftsteller Saša Stanišić wurde mit seinem Erstling "Wie der Soldat das Grammofon repariert" international bekannt. Stanišić erhielt den Deutschen Buchpreis 2019 mit seinem Buch "Herkunft", nachdem er bereits dreimal für den Preis nominiert war. Außerdem gewann er den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen zweiten Roman "Vor dem Fest".
Sein neues Buch "Herkunft" ist auf der Suche nach der eigenen Identität, schildert die Flucht der Familie aus dem in Auflösung begriffenen Jugoslawien nach Deutschland bis hin zu dem Tag, als die deutschen Grenzen für neue Flüchtlingsströme geöffnet wurden. Stanišić erzählt voller Melancholie und Mitgefühl, wie er besuchsweise in seine immer noch vom Krieg gezeichnete bosnische Heimat zurückkehrt, um seine Großmutter zu besuchen. Erinnerungen an seine eigene Kindheit und Jugend fließen ein. Das sprachlch fantasievolle Werk enthält viele Schicksalsgeschichten, die bei aller Tragik immer wieder auch komische Züge tragen. "Herkunft" ist ein wundervolles Buch und steht seit seinem Erscheinen auf den deutschen Bestsellerlisten.
Foto: Katja Sämann

Saša Stanišić, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019, liest aus "Herkunft" AUSVERKAUFT!

RedboxKonzertFestival: DIE NERVEN - FRIENDS OF GAS - INTERNATIONAL MUSIC

17.05.2019 19:00 Uhr

RedboxKonzertFestival: DIE NERVEN - FRIENDS OF GAS - INTERNATIONAL MUSIC
Veranstaltungsort: Stadthalle Dingolfing
Vorverkauf: www.reservix.de
Preis: 28.50 cpl.

Redbox-Konzertfestival in der Stadthalle
Namhafte Bands kommen am 17. Mai nach Dingolfing
Dreimal Zeitgeist, drei Bands von heute! Redbox präsentiert am Freitag, 17. Mai 2019 die Creme de la Creme deutscher Gegenwartsmusik. Der Headliner "Die Nerven" gilt laut "taz" als die beste Liveband des Landes. Doch "Friends of Gas" und "International Music" stehen mit ihrer spannenden Musik den Stars des Abends in nichts nach. Ist es Rock? Pop? Indie? (Post-)Punk? Allerneueste deutsche Welle? Drei Bands jenseits aller Begriffe treten an, um Musik in Deutschland neu zu definieren.
SPIEGEL ONLINE bezeichnete das bereits 2014 erschienene Album "Fun" von den "Nerven" aus Stuttgart und Berlin als eines der wichtigsten und besten deutschsprachigen Platten des Jahrzehnts. Ihre tiefsinnig-kritischen Texte kamen roh und unbehauen auf die Bühne. Ihr neues Album "Fake" nun ist das Meisterwerk der Band, mit melancholischen Zwischentönen und melodischen Gitarrenbögen geben sie ihren deutschsprachigen Texten noch mehr Raum. "Was ich heute sage, morgen schon vergessen...", so beginnt der Titelsong "Fake", und die alte Protestnote der Band erhält nachdenkliche Züge. Mittlerweile treten sie nicht nur in ausverkauften Clubs auf, sondern geben auch ein Konzert in den Münchener Kammerspielen oder schrieben Theatermusik für die Berliner Schaubühne.
Dass in der Musikwelt eben nicht schon alles mal dagewesen ist, das stellen "Friends of Gas" aus München unter Beweis: Ungewöhnlich, ja unerhört ist ihr Sound, endlich mal was ganz Neues! Sie gehen reduziert und präzise zur Sache, so dass ihre waghalsigen Harmonien nie aus den Fugen geraten. Ihre Intensität verursacht Herzklopfen, was zu einem guten Teil an der Sängerin Nina Walser liegt, die ihre assoziativen Texte ächzt, schreit, haucht und natürlich auch singt, dringlich, kernig, mit einem Wort sensationell. Hier geht es um das Ganze, hier geht es um alles! Kein Konzert ist wie das andere, Improvisation nimmt einen wichtigen Platz ein. Und am Rand: Sie haben München wieder bedeutend gemacht, auch in popkultureller Hinsicht. Folgerichtig waren sie auf dem Notwist-Event in den Münchener Kammerspielen zu Gast. Friends of Gas sind ein Ereignis!
Wenn ein Erstlingswerk wie "Die besten Jahre" von der Essener Band "International Music" von renommierten Sendern wie dem Zündfunk des BR als Album des Jahres gehandelt wird, dann muss ein Meteorit in die etablierte Popwelt eingeschlagen haben. Wann hat man zuletzt eine derart entspannte Musik mit ironischen Wort- und Klangwendungen gehört wie bei International Music? Herrlich verspulte Texte, deutsch gesungen, paaren sich mit sanft reduzierten Melodien, die durchaus auch mal schrägen Gitarreneinlagen Platz machen. Und über allem schwebt das Mantra des Hauptsongs: "Cool bleiben!" Männer müssen cool bleiben, Frauen müssen cool bleiben, sogar Jobs müssen es. Ein exzellent schräger Song! Ja, eigentlich wollten sie ungooglebar bleiben, daher ihr Bandname, aber - Pech gehabt: Wenn man "International Music" googelt, kommt mittlerweile die Band aus dem Ruhrpott ganz oben. Völlig zu Recht!
Tickets im bücherladen Dingolfing, bei Skribo Wälischmiller, im Rathaus und unter www.reservix.de

Rainer Erlinger liest. "Warum die Wahrheit sagen?"

09.05.2019 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Herzogsburg Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen Dingolfing mail@buela.de
Preis: 10.- (Schüler 7.-)

Warum die Wahrheit sagen?
Autorenabend mit Rainer Erlinger in Dingolfing

Der promovierte Jurist und Mediziner Dr.Dr. Rainer Erlinger beantwortete seit über 15 Jahren im Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich in einer Kolumne "die Gewissensfrage". Am Donnerstag, 9. Mai, stellt der heute in Berlin lebende gebürtige Deggendorfer auf Einladung von bücherladen und Kulturini in der Dingolfinger Herzogsburg sein neues Buch vor: Warum die Wahrheit sagen? (Beginn 20 Uhr).

Warum die Wahrheit sagen? Sie ist die Basis für jede Kommunikation. Und weder die Wissenschaft noch unser Rechtssystem oder unsere Demokratie sind ohne sie denkbar. "Wahr" und "nicht wahr" sind nicht dasselbe.

Was jedoch, wenn Einzelne oder ganze Gruppen diesen Konsens aufkündigen? Nicht mehr nur in den Untiefen des Internets, sondern sogar von manchen Regierungen werden Fakten und "alternative Fakten" als scheinbar gleichberechtigt behandelt. Wozu brauchen wir die Wahrheit eigentlich? Und gibt es sie überhaupt?

Rainer Erlinger ist promovierter Mediziner und Jurist. Er praktizierte in beiden Berufen und veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten, bevor er als Dr. Dr. Rainer Erlinger im Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich in einer Kolumne "die Gewissensfrage" beantwortete. Über fünfzehn Jahre hinweg stellten die Leser der SZ ihm Fragen zur Alltagsmoral. Der Strom der Zuschriften war groß, 50 bis 100 Anfragen kamen jeden Monat. Das Spektrum umfasste alle Bereiche des Lebens, vom Umgang mit Lebenden und Sterbenden über ethische Aspekte beim Einkaufen bis hin zum Miteinander bzw. auch Gegeneinander in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, bei gesellschaftlichen Anlässen, beim Sex oder im Straßenverkehr.

Was tun, wenn alte Schulfreunde auf Facebook plötzlich gegen Flüchtlinge stänkern: Aus der Freundesliste löschen? Oder kommentieren und Stellung beziehen? Darf man einem Freund, der seine Frau betrügt, ein Alibi liefern? Erlinger beleuchtet solche Fragen von verschiedenen Seiten, im Licht möglicher Kontexte und nach Grundprinzipien der Moralphilosophie. Und eine Frage kann er guten Gewissens mit Ja beantworten, ob die Fragen alle echt seien oder von der Redaktion ausgedacht. Sie sind alle echt!

Sie entsprechen der Wahrheit. Es gibt eine Verantwortung, der Wahrheit zumindest so nahe wie möglich zu kommen. Und doch leitet Erlinger sein neues Buch mit einem Zitat des österreichischen Satirikers Karl Kraus ein: "Eine Notlüge ist immer verzeihlich. Wer aber ohne Zwang die Wahrheit sagt, verdient keine Nachsicht." Nachsicht, Verzeihung, verdient, wer aus einer Notsituation heraus zur Notlüge greift, etwa, wenn ihm ein Geschenk nicht gefällt. Das aber ist nicht Kern des Problems. "Das, was gerade weltweit in Bezug auf die Wahrheit und mit ihr oder mehr noch gegen sie passiert, bedroht die Grundfesten unseres Zusammenlebens. Fake News (...) sind nicht einfach nur lässliche Lügen (...) des Alltags."

"Das soll dieses Buch (und diese Lesung) zeigen: Warum die Wahrheit wichtig ist für unser Leben und warum wir sie verteidigen müssen." (Zitate aus "Warum die Wahrheit sagen?)
FOTO: PETER LANGER

Rainer Erlinger liest. "Warum die Wahrheit sagen?"

Der besondere Film: B12-Gestorben wird im nächsten Leben. Der Regisseur Christian Lerch ist anwesend.

02.01.2019 20:00 Uhr

Der besondere Film: B12-Gestorben wird im nächsten Leben. Der Regisseur Christian Lerch ist anwesend.
Veranstaltungsort: Cinema Dingolfing
Vorverkauf: Cinema

Der besondere Film: B12 - Gestorben wird im nächsten Leben
Regisseur Christian Lerch ist anwesend

Die Bundesstraße 12 zwischen München und Passau ist so urbayerisch wie der Chiemsee, nur nicht so romantisch. In der Nähe von Wasserburg, der Geburtsstadt des Autors Christian Lerch, steht das Rasthaus B12, ein Treffpunkt von Menschen am Rand der Gesellschaft. Hier werden Weißwürste serviert und die großen Themen des Lebens besprochen. Auswärtige nehmen diese Ausfahrt meistens nur, um vor München nochmal "kurz zum Bieseln" zu gehen. Christian Lerch erklärt seine Faszination für diesen Ort: " Ich habe es einfach gespürt, dass hier ein Film wohnt".

Christian Lerch, Jahrgang 1966, wurde bekannt durch die Drehbucharbeit zusammen mit Marcus H. Rosenmüller für den Film "Wer früher stirbt, ist länger tot", wofür er den Deutschen Filmpreis, Sparte "Bestes Drehbuch" erhielt. Als Schauspieler machte er sich einen Namen an den Münchener Kammerspielen genauso wie in F.X. Bogners Fernsehserie "Cafe Meineid". Eine Zeitlang war er künstlerischer Weggefährte Herbert Achternbuschs, zum Beispiel in dem Film "Ab nach Tibet". In dieser Zeit gastierte Lerch auch mit Achternbuschs Drama "Ella" in Dingolfing. "Was weg ist, ist weg" (2012) war sein erster bundesweit gespielter eigener Film, mit dem Songwriter Mathias Kellner in einer Hauptrolle.

Hauptfigur in seinem neuen Film "B12" ist der 89jährige Seniorwirt Lenz, der sich durch den Alltag grantelt, aber eigentlich des Lebens überdrüssig ist. Es kommt zu grotesk komischen Szenen, die Christian Lerch in jahrelangen Besuchen dieser Raststätte filmisch festgehalten hat. Beginn 20 Uhr, anschliessend Diskussion mit dem Regisseur.

Berni Mayer liest aus "Rosalie"

25.10.2018 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Herzogsburg Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen Dingolfing T. 08731.40153
Preis: 9.- / Schüler 6.-

BERNI MAYER : "ROSALIE"
"Der niederbayrische Autor Berni Mayer musste erst nach Berlin gehen, um seine Heimat neu zu deuten. Das Ergebnis ist der schrecklich schöne Roman 'Rosalie'. " (Süddeutsche)

Berni Mayer wurde in Mallersdorf - Pfaffenberg geboren und ist in Grafentraubach, einem Ortsteil von Laberweinting, Lkr. Straubing, aufgewachsen. In "Rosalie" zeichnet er das Bild einer bayerischen Dorfjugend in den Achtzigern, "das seinem eigenen Aufwachsen nicht unähnlich sein dürfte" (Der Spiegel). Gängige Niederbayern-Klischees vermeidet Mayer in seinem Roman konsequent.

Die Handlung verlegt Mayer in das fiktive Dorf Praam an der Schwarzen Laaber, eine Hundertseelengemeinde, die zwar mit einem Pfarrer ausgestattet ist, aber keinen eigenen Bürgermeister hat. Anlässlich der Beerdigung des Vaters kehrt Konstantin, die Hauptfigur, aus deren Perspektive erzählt wird, viele Jahre später nach Praam zurück und erinnert sich. So werden die Achtzigerjahre, in denen die Hauptstory spielt, mit der Gegenwart gekreuzt. Es ist kein milder Blick zurück, sondern den Heimkehrer packt auch die Wut, auf die provinzielle Enge und sogar auf seine Jugendliebe Rosalie, die ihn einst in einer entscheidenden Situation im Stich gelassen hat.

Rosalie, die erste Liebe, war eine 14-Jährige, die mit ihrem Vater aus München ins niederbayerische Dorf umgezogen ist, "ein blass schimmerndes Wesen mit dunkelbraunen, kompliziert geflochtenen Haaren", das sich zu rebellieren traute. Und dann traute sich Konstantin auch. Die Idylle bekommt einen Riss, als die beiden in einem Dachstuhl einen Toten finden, der sich selbst getötet hat, wodurch eine ganz andere Geschichte ins Rollen kommt. Das Schloss von Praam war nämlich Schauplatz von NS-Verbrechen gewesen, die in der Dorfgemeinde unter den Tisch gekehrt wurden.

Hier greift der Autor Berni Mayer einen authentischen Fall auf, der sich in Laberweinting zugetragen hatte, Einzelheiten über das dortige "NS - Polenkinderlager" sind erst vor wenigen Jahren bekannt geworden. Mayer legt in seinem Roman frei, "was unter der Oberfläche aus Katholizismus (und) Vereinsleben" vor sich gegangen ist. (AZ)

"Ein wunderbares Buch, lakonisch, zart - Heimat, Jugend, Liebe. Es ist, wie es ist - grausam und schön."
(BR - Capriccio)
Foto: Birte Filmer

Berni Mayer liest aus "Rosalie"

Der Nino aus Wien mit Band plus The Helmut Bergers

14.04.2018 20:00 Uhr

Der Nino aus Wien mit Band plus The Helmut Bergers
Veranstaltungsort: Stadthalle Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen am Marienplatz und www.reservix.de
Preis: 22.50 (online plus Gebühr)

Am Samstag, 14. April 2018, 20 Uhr, erstrahlt die Dingolfinger Stadthalle wieder in Rot: Redboxkultur präsentiert einen rein österreichischen Musikabend erster Qualität! Hauptact ist der einfach wunderbare Nino aus Wien, der im Kulturmagazin "Falter" als "der beste Liedermacher seiner Generation" bezeichnet wird, und den sie daher auch den "Bob Dylan vom Praterstern" nennen. Den Abend eröffnen wird auf vielfachen Wunsch die Salzburger Band The Helmut Bergers.

Ninos Texte sind herrlich verspult, hintergründig und cool, dabei ist er kein klassischer Liedermacher, sondern vor dem Hintergrund seiner vierköpfigen Band ein famoser Popsongerfinder. Er ist ein wichtiger Vorreiter des heute so aktuellen Austropop, der von Wanda bis Voodoo Jürgens reicht. Der Nino aus Wien hat den Grundstein dazu gelegt und 2016 den Amadeus Award als bester österreichischer Alternativkünstler erhalten.

Aus Salzburg kommt die aus Redbox-Festivaltagen beliebte Band mit dem skurilen Namen "The Helmut Bergers", die Rock und Dance mit einer schönen Portion Melancholie mischt und der ideale Opener für einen runden Musikabend made in Austria ist.

Tickets im bücherladen Dingolfing und unter www.reservix.de
Foto: Prussmann

Stefanie Sargnagel liest

22.03.2018 20:00 Uhr

Stefanie Sargnagel liest
Veranstaltungsort: Bruckstadel Dingolfing
Vorverkauf: vor Ort: bücherladen Dingolfing - Zusendung: telefonisch 0873140153 oder mail@buela.de. Wir teilen Ihnen bei Ticketbestellung die Zahlungsmodalitäten mit.
Preis: 15.-

Stefanie Sargnagel kommt nach Dingolfing!
Der Wiener Shooting Star liest im Bruckstadel

Für das Lifestyle-Magazin VICE ist sie schlicht und einfach "die wichtigste österreichische Autorin des 21. Jahrhunderts". Stefanie Sargnagel, die eigentlich Sprengnagel heißt, sprengt tatsächlich alle literarischen Grenzen, was oft zum Brüllen komisch ist, manchmal auch tragisch.

Ihr Markenzeichen ist die rote Baskenmütze, berühmt wurde sie durch ihre Posts im Internet zu allen möglichen und unmöglichen Themen des Tages. Mittlerweile hat die gebürtige Wienerin mehrere Bücher verfasst, zuletzt "Statusmeldungen" im Rowohlt-Verlag. Ihre Auftritte sind Kult, oft ausverkauft, denn ihre Auslassungen "wirken wie hingerotzt, und trotzdem sitzen die Worte perfekt" (DIE ZEIT). Folgerichtig erhielt sie 2016 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis.

Bevor sie groß herauskam, hat Stefanie Sargnagel in einem Telefon-Callcenter gejobbt. Ihre Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind legendär: "Rufnummernauskunft, Stefanie Fröhlich, was kann ich für Sie tun?" "Ich hätte gern die Nummer vom Gefängnis in Eisenstadt. Da ist morgen nämlich Tag der offenen Tür." Sie ist Chronistin unfreiwilliger Komik, ebenso wie provokante Seziererin unserer abwegigen Gesellschaft. Und vor allem sehr lustig!

Tickets gibt es im bücherladen am Marienplatz, Tel. 08731.40153.
FOTO: Goll

Nachkriegsjahre in München: Anton Kirchmair erzählt vom Leben, singt vom Tod

27.11.2017 20:00 Uhr

Nachkriegsjahre in München: Anton Kirchmair erzählt vom Leben, singt vom Tod
Veranstaltungsort: Bruckstadel Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen Dingolfing, Tel. 08731.40153
Preis: 9.00 Euro

Der Universalkünstler Anton Kirchmair -Sänger, Zeichner, Bildhauer und Schriftsteller lebt mit seiner Frau Martha unmittelbar an der bayerisch - tschechischen Grenze, in Marchhäuser, einer Einöde wie die Leute sagen, einem Paradies wie er sagt.
Einst verlief hinter dem Grundstück des Künstlers die Todeszone des Eisernen Vorhangs. Viele Menschen gibt es nicht mehr hier, "aber den Luchs und manchmal den Wolf, auch den Elch, die wilde Sau und den Auerhahn und dann meine Freunde, die Kreuzottern. Manchmal steht der Hirsch vor mir, aufrecht und voll Ruhe, mit mächtigen Geweih und wir schauen uns an."
Anton Kirchmair ist 1943 in München zur Welt gekommen. "Das Zitherspiel meines Vaters, das Heulen der Sirenen, das Detonieren der Bomben waren die Lieder an meiner Wiege. Davor eine feuchte Windel gegen den Staub der berstenden Häuser. Nach dem Krieg war die Stadt still, ohne Farben, ohne Bewegungen, voller Ruhe und Frieden."
Daran denkt Anton Kirchmair gerne, denn "die Stadt hat uns Kindern gehört". (zitiert nach Süddeutsche vom 4.7.2017).
In Dingolfing wird Kirchmair von dieser Kindheit erzählen und lesen, einer Kindheit, die in einer von Tod und Zerstörung gezeichneten Stadt den Kindern eine heute kaum vorstellbare Freiheit offenbarte. Und diese (verlorene) Freiheit der Jugend ist bis heute ein zentrales Anliegen Kirchmairs: "Das Schwimmen in der Isar, die Köpferer von den Brücken im Flaucher und am Tierpark und dann vom Georgenstein, als dieser noch kühn und frei stand, das Schwimmen durch die Wasserfälle, das Gehen über dem Eis, das Wissen um die Gefahren und um die Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, das haben uns diejenigen beigebracht, die nicht vom Krieg zerschossen waren. Heute leben die Kinder in permanenter Aufsicht. Das ist eine der Tragödien unserer Gesellschaft."
Anton Kirchmair liest nicht nur, er erzählt, er inszeniert seinen Auftritt. Er artikuliert, malt mit den Lauten, und schweigt an den richtigen Stellen. Dann holt er die Gitarre hervor und singt. Schöne, ruhige Lieder vom Tod und einem kohlschwarzen Rappen, nicht nur der Zeit um 1945 und dem November entsprechend. (Foto: Hans Haas)

redboxkultur präsentiert: POLLYESTER + Pottwal live!

29.09.2017 20:00 Uhr

redboxkultur präsentiert: POLLYESTER + Pottwal live!
Veranstaltungsort: Stadthalle Dingolfing
Vorverkauf: bücherladen, Skribo Wälischmiller, www.reservix.de
Preis: im Vorverkauf: 17.- / Schüler 13.-

"Pollyester muss man lieben, geht nicht anders." (Spiegel Online)
"Zum Umfallen schön !" (Intro)
Pollyester, das ist wunderbar glamouröser Sound aus München, der gleichermaßen anspruchsvoll und tanzbar ist. Pollyester, mittlerweile zu viert, wurden 2007 von der Bassistin und Sängerin Polina Lapkovskaja aus Minsk und dem LaBrassBanda-Schlagzeuger Manuel da Coll gegründet. Ihr Hit "Catrina" wurde in allen Clubs landauf landab gespielt, die Release-Show des Albums "City of O." in den Münchner Kammerspielen war ausverkauft.
Kammerspiele, Salzburger Festspiele, "Polly" ist als Bühnenmusikerin an großen Theatern der Welt zuhause, gleichermaßen werden die Münchner auf Festivals und Konzerten aber auch wegen ihrer mitreißenden, coolen Auftritte im Pop- und Rockbereich gefeiert.
Ihr Debutalbum "Earthly Powers" bewertete der Kulturspiegel als "lässigste Platte des Sommers", und die Süddeutsche legt nach: "Eine unwiderstehliche Werbung dafür, wieder einmal in einen Club zu gehen." Nun, zu unserem Club in Dingolfing wird am 29.9. die Stadthalle! Kommen!
(Foto: Markus Burke)
Als Support konnten wir die derzeit hoffnungsvollste und spannendste Band aus dem Landkreis gewinnen: Pottwal aus Tunzenberg sind gerade dabei, mit Eigenkompositionen aus dem Spacerock-Umfeld musikalisch abzuheben. Ihr Debut Album "Double Space" ist vielbeachtet, ebenso wie ihre kürzlich absolvierte 3-Städte-Tour durch Landshut, Straubing und Passau. Höchste Zeit, dass Dingolfing drangehängt wird. Kommen!

Vergangene Veranstaltungen im Veranstaltungsarchiv!

Teresa Präauer Oh Schimmi

29.05.2017 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Herzogsburg Dingolfing

Besonders "live" ist Teresa Präauer ein Vergnügen, denn die rhythmisch rasante Sprache, gespickt mit Wortwitz und Klangexperimenten, macht ihren Roman "Oh Schimmi" zu einem literarischen Ereignis.
Teresa Präauer hat einen "formvollendet freien Roman geschrieben, verrückt, verstörend, sehr komisch und auch tragisch", schreibt die "Zeit", und alle Medien sind sich einig, "Oh Schimmi" ist "großartig", "genial", "einzigartig". Die in Wien lebende Künstlerin und Schriftstellerin ist Trägerin des aspekte-Literaturpreises und wurde zum Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
Schimmi, der tragikomische Held ihres Buches, ist ein spätpubertierendes Muttersöhnchen, das mit seiner ebenso durchgeknallten Mutter in einem Hochhausappartement wohnt. Er wünscht sich nichts sehnlicher als eine Frau. Es kommt zu grotesken Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, aber anstatt zum Liebhaber macht er sich zum Affen, und zwar ganz wörtlich, er zieht sich das Affenkostüm über; oh Schimmi!
Das ist immer wieder sehr witzig, aber dennoch bleibt Schimmi auch ein tragischer Held. In einer kalten Welt aus Hochhäusern und Stadtautobahnen sind Annäherungsversuche eben leicht zum Scheitern verurteilt, da hilft auch das Fernrohr nichts, mit dem er seine Liebste über die Straßenschlucht hinweg beobachtet.
Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2015 begeisterte Teresa Präauer Jury und Publikum, in einer Stichwahl unterlag sie dann ganz knapp. Was eine "Affenschande" ist, wie Deutschlandradio Kultur bemerkte. In Dingolfing darf man auf einen sehr kurzweiligen Abend gespannt sein.
Foto: Katharina Malojnovic

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